Sonntag, 3. Dezember 2017

Adventskalender Tag 3

Hinter dem dritten Türchen versteckt sich Rebekka Mand, die nicht nur durch ihre Grenzen Saga bekannt wurde, sondern auch in Zukunft sicherlich viele spannende Bücher schreiben wird. 

Der Zauber dieser stillen Zeit fängt sich im Kerzenschein.
Auf Tannenzweig und grünen Kranz, umwirbt er uns im Flammentanz und zieht mit weihnachtlichen Glanz in unsre Herzen ein.
Anika Menger



Liebe Rebekka,
aus deiner Feder stammt die historische Grenzen Saga, die nun mit allen drei Teilen erhältlich ist. Wie kam dir die Idee zu der Reihe?
Die Idee zu der Reihe entstand 2009 mit der Figur Lynn, dem Mädchen, das den Sterbenden ins Jenseits folgen kann. Um diese Figur herum entwickelte sich der Rest der Geschichte nach und nach. So ist das bei mir, zuerst entstehen die Figuren und sie „erzählen“ mir dann ihre Geschichte. Ich wusste zu Anfang bloß, ich wollte einen mystischen Abenteuerroman in einem historischen Setting schreiben, etwas, das ich selbst gerne lesen würde. Und so baute ich die Geschichte um Lynn weiter aus. Da ich keine „Planschreiberin“ bin, dauerte es insgesamt fünf Jahre, bis ich den ersten Teil der Saga „Von den Grenzen der Erde“ fertiggestellt hatte. Ursprünglich sollte es ein Einzeltitel bleiben, aber meine beiden Helden Lynn und Eirik sahen das etwas anders und so erzählte ich die Geschichte weiter. Mit dem kürzlich erschienenen dritten Teil „Von den Herrschern der See“ ist sie nun aber wirklich komplett.


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Ein Mädchen, das den Sterbenden ins Jenseits folgen kann. Das hört sich sehr spannend an. Wie genau geht das von statten?
Das versteht Lynn zunächst selbst nicht so genau. Zum ersten Mal geschieht es beim Tod ihres Vaters, der bei einem Überfall der Nordmänner auf ihr Dorf ums Leben kommt. Sie folgt ihm in ein Zwischenreich, das sie später - der nordischen Mythologie entliehen - „valhöl“ nennt. Der Weg führt sie durch einen dichten Nebel zu einer Blumenwiese und einem Wald, in den die Toten letztlich verschwinden. Anfangs findet Lynn den Weg nicht allein, sie braucht einen Begleiter, jemanden, zu dem sie eine enge Bindung hat und der sie bei seinem Tod mit über die Schwelle nimmt. Später schafft sie es auch ohne Hilfe dorthin. Das ist allerdings nicht ganz ungefährlich, denn Lynns Sehnsucht nach „valhöl“ wächst mit jedem Besuch und es wird für sie immer schwieriger, den Rückweg zu finden. Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten. Um hinter das Geheimnis von Lynns zweifelhaften Gabe zu kommen, sollte man die Trilogie lesen.

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Dann packe ich sie mir direkt auf meine Wunschliste. Denn das klingt sehr spannend. Hast du denn außer der Grenzen Saga noch weitere Bücher geplant und kannst du uns einen kleinen Einblick geben?
Ich habe noch viele weitere Projekte in Planung. Aufgrund von Berufstätigkeit und Familie (ich habe zwei kleine Kinder) komme ich leider nicht so schnell dazu, alles umzusetzen. Mein nächstes Projekt „Der Kuss der Muse“ steht jedoch schon in den Startlöchern und wird Anfang 2018 veröffentlicht. Es ist die Geschichte eines Künstlers, der von einem geheimnisvollen Musenwesen heimgesucht wird und spielt in der heutigen Zeit. Also etwas komplett anderes als meine bisherigen Veröffentlichungen. Darüber hinaus wird es noch ein „Spin-off“ der Grenzen - Saga geben. Eine der Nebenfiguren, Kjartan, verlangte nach einer eigenen Geschichte. Die Rohfassung habe ich schon geschrieben und werde sie ebenfalls im Laufe des nächsten Jahres überarbeiten und veröffentlichen. An Ideen mangelt es mir eigentlich nie, nur die Zeit ist ein Problem. Allerdings fällt es mir schwer, mich auf ein Genre festzulegen. Beim Schreiben halte ich es am Liebsten wie beim Lesen: Alles Queerbeet und wozu ich gerade Lust habe. Von mir wird es garantiert nicht nur Wikingergeschichten zu lesen geben.

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Das kann ich verstehen. Leider ist die Zeit für alles zu knapp, was man gerne machen möchte. Wie vereinbarst du denn deine Schreibtätigkeit mit deiner Familie und darüber hinaus?
Das ist gar nicht so einfach, ehrlich gesagt. Ich arbeite zum Glück zur Teilzeit und habe somit einen Tag in der Woche frei. Diesen Tag verwende ich zum Schreiben, Hausarbeit und Co. erledige ich in den Nachmittags- und Abendstunden. Am Wochenende stehe ich oft vor dem Rest der Familie auf um mir eine halbe Stunde Schreibzeit zu stehlen und da ich flexible Arbeitszeiten habe, fange ich teilweise erst um 10 Uhr an zu arbeiten, sodass ich, wenn die Kinder in Schule und Kita sind, noch hier und da ein Stündchen zum Schreiben habe. Dieses gestückelte Arbeiten erfordert eine Menge Disziplin und funktioniert nur, wenn ich kontinuierlich am Ball bleibe. Zwischendurch lege ich aber auch immer mal Pausen ein, wie z.B. im Moment. „Der Kuss der Muse“ liegt bei den Betalesern und ich habe noch kein neues Projekt angefangen, also lasse ich die Vorweihnachtszeit gemütlich angehen. Das darf ich allerdings nicht zu lange betreiben, sonst wird es umso schwerer, wieder durchzustarten.

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Das hört sich aber sehr anstrengend an. Ich hoffe, dass du das weiterhin so gut hinbekommst. 
Das ist es, aber das Schreiben ist mir zu wichtig, um es an den Nagel zu hängen. Wenn es mir keinen Spaß machen würde, dann würde ich es außerdem nicht tun.

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