Donnerstag, 18. Mai 2017

[Autorenvorstellung] Janine Prediger

Heute möchte ich euch Janine Prediger vorstellen. Es ist bereits einige Zeit her, seitdem Janine auf mich zukam, ob ich nicht Lust hätte, ihre Buch zu lesen. Damals war erst der erste Teil ihrer Der Dämon von Naruel Reihe erschienen. Aber was soll ich euch sagen: Der erste Teil konnte mich voll uns ganz überzeugen. Wieso? Dieses Schaubild der Autorin trifft es ziemlich gut.




Janine ist eher der zurückhaltende Typ Autor. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich sehr selten von ihr Werbung sehe. Und dabei lohnt es sich wirklich sehr, ihre Bücher zu lesen. Auf jeden Fall solltet ihr auf ihrer Website vorbeischauen. Ich habe selten eine so gut ausgearbeitete Website mit vielen Infos und Bildern gesehen. Es lohnt sich auf jeden Fall.  

Auch Janine hat mir ein paar Fragen beantwortet.


Liebe Janine,
danke, dass du dir Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten. Beim Schreiben deiner Bücher nimmst du kein Blatt vor den Mund. Blutige Szenen stellst du schonungslos da. Hast du manchmal selbst Probleme eine Szene zu schreiben oder hast du damit weniger Probleme?
Ich würde sagen, gerade was das Schreiben von blutigen Szenen betrifft bin ich durch meine Sanitätsausbildung und eine Leidenschaft für guten Horror/Splatter ziemlich abgestumpft. Gehirnmasse, Knochensplitter, offene Bauchwunden, alles kein Problem! Zu einer authentischen Geschichte gehört auch ab und zu eine Unappetitlichkeit und die sollte für den Leser nicht verharmlost dargestellt oder weggeschwiegen werden.
Probleme eine Szene zu schreiben entwickeln sich bei mir eher dann, wenn ich weiß, dass eine Figur etwas extrem Schlechtes/Unwiderrufliches tun wird, was einen Schatten über die ganze Geschichte werfen wird oder eine Figur sterben muss, die ich selbst sehr mag. 


In deinen Büchern kommen viele verschiedene Wesen vor. Unter anderem Amphimen. Wie kamst du auf die Idee diese zu entwickeln?
Ich bin Fan der griechischen Mythologie und damit auch der klassischen Mischwesen, die aus zwei oder mehr Komponenten bestehen, etwa Zentauren (Pferd+Mensch), Harpyien (Vogel +Mensch), etc. Daher auch die Amphimen, die Charakteristika von Menschen und Fischen aufweisen. Warum ich mich speziell für Fische entschieden habe rührt wohl daher, dass die Amphimen auch ein wenig schauerlich rüberkommen sollten, und ich finde manche  Meereskreaturen, speziell Haie, ziemlich unheimlich.
Bei diesen zusammengesetzten Wesen versuche ich darauf zu achten, dass sie nicht bereits so abgegriffen sind, wie die oben genannten Beispiele aus der Mythologie und nutze nur selten Wesen die allen gut bekannt sind wie zum Beispiel  Greife oder Drachen. Es macht mir einfach viel mehr Spaß Eigenschaften und Aussehen der Wesen wie in einem Gen-Labor zusammenzusetzen. Natürlich sollte man beim Zusammenbasteln darauf achten, dass die entstandenen Kreaturen eine logische Physiologie aufweisen. So trifft man Amphimen beispielsweise nur in feuchten Gebieten oder an Gewässern an, da ihre „Fischhaut“ leicht austrocknet und dies zum Tod führen kann.  
Andere Schöpfungen wie zum Beispiel der Schnatterhüpfer, Rahkater oder  Snark (nein, nicht die aus „Ein Lied von Eis und Feuer“) sind kreierte Neuschöpfungen, die keine Mischwesen sind, sondern ähnliche Eigenschaften wie reale Tiere besitzen und mit diesen theoretisch austauschbar wären.
In meinen Augen machen sie Naruel bunter und warum nicht statt eines Wolfes eine orangene Raubkatze mit schwarzer Mähne auftauchen lassen? Die Inspirationen für solche Geschöpfe kommen oft auch aus wirren Träumen.

Du bist eine der Autorinnen, von der ich am wenigsten Werbung lese. Wie machst du trotzdem Werbung für dein Buch?
Aggressive Werbung versuche ich zu vermeiden. Meistens bin ich selbst genervt von Autoren, deren Werbung ich immer und immer wieder lese. Daher verzichte ich darauf, jeden Tag von einem meiner Bücher zu schwärmen. Das eigene Werk anpreisen – dabei komme ich mir vor wie ein Marktschreier. Ich will niemandem auf die Nerven gehen und wer sich tatsächlich für meine Werke interessiert, wird auch mitkriegen, wenn etwas Wichtiges um mich herum passiert. 
Ich mache schon Werbung, aber ich versuche dabei diejenigen anzusprechen, die auch Werbung wollen. Zum Beispiel biete ich Bloggern Rezensionsexemplare an oder starte auf meiner Facebook-Seite ein Gewinnspiel,  mache Leserunden auf Lovelybooks oder auch mal eine Blogtour. Manchmal posten Blogger auch informative Beiträge über mich und meine Bücher. 
Nonsens-Beiträge wie „Schaut mal die Sonne scheint! Wisst ihr wo auch die Sonne scheint? In meinem neuen Buch! *Amazonlink*“ möchte ich dabei vermeiden. Wenn mich jemand bei Facebook abonniert, soll er Informationen zu neuen Werken, meinem Schreibfortschritt etc. bekommen, und keine Dauerwerbung ertragen müssen. 
Ich weiß, dass ich mir dieser Zurückhaltung nur wenige Leser erreiche und mehr mit aggressiver Werbung, Releasepartys, Zeitungsartikeln, Instagram etc. erreichen könnte, aber ich bin Schriftsteller, kein Marktschreier, der versucht seine Ware lauter anzupreisen als die anderen.


Bislang hast du deine Reihe Der Dämon von Naruel veröffentlicht. Das letzte Buch erschien am 14.03.2017, wodurch die Reihe nun beendet ist. Auf welche Bücher können sich deine Leser in nächster Zeit freuen?
Im Moment arbeite ich an einem weiteren High-Fantasy-Werk. Etwas weniger blutig und nicht so umfangreich wie „Der Dämon von Naruel“, dafür mit neuen Völkern und fantastischen Legenden. Eigentlich soll es ein Einzelband werden, aber da sich meine Geschichten manchmal selbstständig machen, könnte es auch gut ein Zweiteiler werden. Bislang kann und will ich noch nichts zum Inhalt sagen, da sich da noch alles ändern kann. Und da ich meinen Geschichten viel Zeit gebe, um gut zu werden und sich zu entfalten, wird das aktuelle Projekt voraussichtlich erst 2018 an die Leserschaft gelangen.
Ich habe auch noch eine Idee im Bereich Mystery im Kopf, aber da ich nicht parallel an zwei Geschichten arbeiten möchte, wird dies wohl erstmal nur eine Idee bleiben, ebenso wie das Prequel zu „Der Dämon von Naruel.“  Das Sequel dazu liegt zwar in Rohfassung in meinem Schreibtisch bereit, aber bevor dieses Mammutprojekt erscheint, möchte ich einen Bekanntheitsgrad erreichen, der dem Werk würdig ist.


Wie ich bereits oben geschrieben habe, sind deine Bücher sehr blutig. Wem würdest du deine Bücher empfehlen und für sind sie eher weniger geeignet?
Ich würde meine Bücher jedem empfehlen, der starke Figuren mag, einen ebenso starken Magen besitzt und Freude an Kampfszenen und Action hat. Außerdem sollte man zwischen den Zeilen lesen können, keine festgefahrenen Vorstellungen von Gut und Böse haben, in eine abenteuerliche Welt aufbrechen und mit dem ein oder anderen Klischee brechen wollen. Liebhaber von Legenden, Charakterentwicklung, authentischen Figuren und natürlich Dämonen kommen hier auf ihre Kosten.
Generell sollte man eine gewisse Reife mitbringen, um die Andeutungen, Foreshadowings und anderen Kleinigkeiten, die ich in den Text eingebaut habe, entdecken und deuten zu können. 
Weniger geeignet ist wahrscheinlich der typische Chicklit-Leser, der eine melodramatische Romanze erwartet und seichte Unterhaltung mit Glitzersternchen wünscht, die man auch mal so nebenbei verschlingen kann.  
Naruel ist keine heile Welt, wer einen Ponyhof erwartet, wo die Freundschaft und Liebe immer das Böse besiegen kann, wird bei „Der Dämon von Naruel“ die ein oder andere Überraschung erleben.

Vielen Dank für deine Antworten :)

Der Dämon von Naruel
Quelle



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