Freitag, 27. Januar 2017

C. A. Raaven über die Entstehung von „BAT Boy“

Hallo ihr Lieben :)
Diese Woche möchte euch der Autor C. A. Raaven etwas über sein Buch BAT Boy erzählen. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen. :)


C. A. Raaven:
Wie ich letztendlich dazu gekommen bin, mit dem Schreiben von Geschichten anzufangen, habe ich bereits an anderer Stelle – unter anderem auf meiner Website www.c-a-raaven.de – berichtet.
Von diesem Zeitpunkt an sind noch ungefähr fünf Jahre ins Land gegangen, die ich mit mehr oder weniger unausgegorenen Ideen zu verschiedenen Projekten verbrachte, die bis heute alle noch nicht verwirklicht sind.


Dann kam der 13.07.2001 – ein Freitag – und wie es an einem solchen Datum nunmal ist, so wurde unter anderem im Radio ausführlich über das Datum an sich und seinen Ruf als Pechbringer diskutiert. Ich stand gerade mit meinem Auto an einer Ampel und hörte den Ausführungen der Moderatoren zu, als ich mich daran erinnerte, dass ich an einem ebensolchen Tag, nämlich dem 13.06.1986, meine Führerscheinprüfung bestanden hatte, so dass ich dieses Datum grundsätzlich nicht als so pechbeladen wahrnahm, wie Andere. Als die Ampel auf „grün“ sprang, fuhr ich los und dachte nicht weiter darüber nach.


Zumindest dachte ich, dass ich nicht dachte.


Aber mein Gehirn hatte andere Pläne. Seit dem Zeitpunkt, an dem ich festgestellt hatte, dass das, was ich schreibe, durchaus anderen gefällt, hatte es latent auf einen Grund dazu gewartet, endlich loslegen zu können. So versorgte es mich plötzlich mit einem weiteren Gedanken: Jemand, der am 13.06.86 geboren worden ist, wäre im Jahr 1999 wiederum genau 13 Jahre alt.

So weit, so gut.

Auch diese Information war nicht unbedingt dazu geeignet, mich mit dem Drang auszustatten, mich an ein Blatt Papier zu setzen und loszuschreiben. Doch dann folgte ein neuer Gedankenblitz zum Jahr 1999: In diesem Jahr fand nicht nur in Berlin die große Millenniumsfeier statt, sondern es herrschte genau an diesem Silvesterabend ein solcher Nebel, dass das groß geplante Lichtspektakel „Art in Heaven“ so gut wie ins Wasser fiel, weil man kaum etwas davon sehen konnte.

Ab jetzt begann ich unruhig zu werden.

In meinem Kopf spielten sich fantastische Szenen direkt über den Köpfen der feiernden Menge ab, die niemand je hätte beobachten können, da der Nebel sie verdeckte.

Jetzt musste nur noch ein Held her, um den sich diese Ereignisse ranken konnten.

Und wieder versorgte mich mein Hirn mit einem Detail aus längst vergessen geglaubten Tagen, in denen ich mir einen alten Disney-Film mit dem deutschen Titel „Zotti, das Urviech“ angeschaut hatte. In diesem wurde ein Anwalt durch eine mysteriöse Brosche immer dann in einen zotteligen Hund umgewandelt, wenn jemand die Inschrift auf dieser Brosche laut vorlas. Dort stand „In canis corpore transmuto“, was übersetzt ungefähr „Verwandele dich in den Körper eines Hundes“ heißen sollte. Da ich bis heute nicht mehr Latein kann, als es mit dem großen Asterixinum möglich ist, nahm ich das grundsätzlich einfach so hin. In meinem Auto sitzend jedoch verselbständigte sich das Wort „transmuto“ in Verbindung mit Mensch und Tier.

Transmutieren, das hörte sich interessant an.

Das wäre also im Prinzip ein Mensch, der in der Lage ist, sich in einen Hund – oder auch ein anderes Tier – umzuwandeln. Also ein Gestaltwandler.
Was gab es nochmal für populäre Gestaltwandler?
Werwölfe und andere Werwesen konnte man vermutlich dazu rechnen. Auch Vampire wären wohl dazu zu zählen. Aber diese wurden doch nur durch den Biss eines anderen Vampirs oder Werwesens in solche verwandelt.


Oder vielleicht nicht?

Was wäre, wenn es diese Wesen tatsächlich gäbe und sie nicht aufgrund einer mysteriösen „Infektion“, die durch Bisse verursacht wurde, entstünden, sondern Menschen mit einer „Sonderausstattung“ wären. Quasi eine völlig andere Spezies, die nur äußerlich so aussieht, wie ein Mensch.

In diesem Moment war es um mich geschehen.

Ich verbrachte Stunde um Stunde damit, mir quasi-wissenschaftliche Begründungen für alle möglichen Eigenschaften solcher Gestaltwandler zu überlegen. Schließlich war sie da – die Welt von Lucas Franke, die mitten in der, die wir tagtäglich erleben, existieren könnte. Als Arbeitstitel musste zunächst „Lucas der Vampir“ herhalten, denn in der Zeit vor „Twilight“ wurde diese Spezies ja noch nicht so inflationär benutzt. Außerdem war mir das Thema Vampirismus noch in guter Erinnerung, da ich kurz zuvor erst aus einer Laune heraus die Originalfassung von „Dracula“ gelesen hatte. Relativ schnell jedoch setzte sich in meinen Gedanken ein anderer Titel fest: „Batboy“. Zwar verwarf ich diesen als wirklichen Titel grundsätzlich wegen seiner Ähnlichkeit zu einem populären Helden des Marvel-Universums, aber er klang doch wesentlich interessanter, als die bloße Zustandsbeschreibung, so dass ich dabei blieb.

Zunächst war mein Elan beim Schreiben ungebrochen. Ich verzichtete auf elektronische Hilfsmittel zugunsten eines guten alten College-Blocks, da ich diesen – fast egal wo ich mich gerade befand – sofort einsatzfähig dabei haben konnte. Nach einer Weile jedoch brachten mich die alltäglichen Verrichtungen, die man als Elternteil zweier kleiner Kinder zu erledigen hat, dazu, der Geschichte immer weniger Aufmerksamkeit zu widmen. Ohnehin hatte ich kaum Hoffnung, jemals einen Verlag dafür finden zu können. Also lag sie – zu etwa einem Drittel aufgeschrieben – im wahrsten Sinne des Wortes „in der Schublade“.

Doch dann stieß ich Anfang 2011 beim Stöbern im Internetangebot eines populären Versandhandels mit „a“ auf einen Hinweis, der mich stutzig machte. „Veröffentlichen Sie ihr Buch mit uns“ stand dort am unteren Bildschirmrand. Einen Klick später befand ich mich auf der Informationsseite des KDP-Programms und las interessiert, dass man dort ohne großartige Kosten eigene Inhalte als E-Book herausbringen konnte.

Wenn du einmal im Leben etwas fertigmachen solltest, dann das!

Also klaubte ich den Block aus der Schublade und begann dort anzusetzen, wo ich seinerzeit frustriert aufgegeben hatte. Es stellte sich als erstaunlich einfach heraus, wieder dort anzusetzen, wo ich aufgehört hatte. Auch nach der langen Zeit hatte mich die Geschichte noch nicht losgelassen. So verbrachte ich unter anderem ein Großteil meines Sommerurlaubs auf einer kanarischen Insel mit dem Verfassen des Textes, der nun unbedingt ans Licht kommen zu wollen schien. Gegen Ende des Jahres war das Manuskript dann nicht nur aufgeschrieben, sondern auch ordentlich abgetippt und formatiert.

Entgegen aller meiner Vermutungen machte ich zunächst noch einige Versuche, das Manuskript bei den gängigen Verlagen, die Fantasy nicht verschmähten, unterzubringen. Angesichts des durch Stephenie Meyer und Co. angefachten, aber inzwischen auch schon wieder abflauenden Hypes um Vampire war ich nicht verwundert, dass ich meist nicht einmal eine Eingangsbestätigung erhielt. Mittlerweise war mir auch aufgegangen, dass ich mich mit der Geschichte eigentlich in einem völlig eigenen Genre bewegte, das man am ehesten als „Science Fantasy“ bezeichnen könnte – ein Wagnis, auf das sich kein Verlag einlassen würde. Da ich aber nach wie vor von der Qualität der Story überzeugt war, tat ich im September 2012 den Schritt, sie selbst zu veröffentlichen. Inzwischen ist auch bereits ein Folgeband erschienen und Ideen für weitere sind ebenfalls vorhanden.

Ach übrigens: Der Arbeitstitel hat sich so hartnäckig gehalten, dass ich zum Schluss tatsächlich dabei geblieben bin. Immerhin gehört zu Batman ja auch nicht Batboy, sondern Robin, also war der Titel noch frei. Eine kleine Abwandlung habe ich jedoch vorgenommen. Die Reihe heißt nun „BAT Boy“ – wer sie liest, wird wissen, warum.



Hier findet ihr die Bücher:

Kommentare:

  1. „Science Fantasy“ – das kommt mir irgendwie bekannt vor. :-) @C. A. Raaven, kann es sein, dass es dir eher schwer fällt, magische Erklärungen zu finden und lieber auf wissenschaftliche Grundlagen für übernatürliche Fähigkeiten zurückgreifst? ;-)

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