Montag, 5. Dezember 2016

[Rezension] Cherubim - Die Traumwanderer von Levin Aurel


»Der Mann musste lachen. ›Ja...mein ganzes Leben trug ich grau. Und nun wollte ich, solange es noch möglich ist, etwas ändern. Ich war es satt auf die letzten Tage! Jemand hat mal zu mir gesagt: Wenn die Farbe ausgeht, sind wir meistens selbst schuld.« Jonah Jonson ist gewöhnlich. Seine Welt ist grau und eintönig. Seine Tage verbringt er als einfacher Arbeiter in einer der vielen Fabriken von Ferfex. Als er anfängt zu träumen - genauer gesagt: in die Träume anderer einzudringen -, glaubt er verrückt zu werden. Doch wie verrückt ist ein Leben ohne Träume? Immer mehr verschwimmen für ihn Traum und Realität. Er sieht, wie blind er sein Leben lang war. Als er merkt, wie durchlässig die Grenzen sind und wie gefährlich das Traumwandern ist, entschließt er sich zur Flucht. Was er nicht ahnt: Sie führt ihn geradewegs zum Konflikt zwischen Cherubim und Urianen. So viel Freude, Liebe und Grauen hat er bislang nie erlebt. Quelle

Jede Geschichte hat einen Anfang, doch meine beginnt viel früher, mit einem Bruchstück von ihr. Sie beginnt nicht mit mir.

Cover und Klappentext
Das Cover finde ich wunderschön. Mir gefällt der Kontrast zwischen dem Schwarz und den kräftigen Farben. Im Originalen sieht es noch besser aus. Der Klappentext ist sehr informativ. Er verrät nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig und macht neugierig auf den Inhalt.

Der Schreibstil
Der Autor hat einen sehr malerischen Schreibstil, der sehr schön zu lesen ist. Durch ihn konnte ich mich gut in die Geschichte versetzen und alles gut vorstellen.

Die Charaktere
Der Leser begleitet Jonah durch die Geschichte. Jonah lebt in einer Welt, die von Arbeit und Dunkelheit geprägt ist. Sein Tagesablauf besteht daher überwiegend aus arbeiten, um wenigstens für seinen Vater und sich die Wohnung finanzieren zu können. Wie ihr bereits im Klappentext lesen konnte, kann Jonah in Träume wandern, eine Fähigkeit, die nicht nur positive Seiten hat. Schnell stellt er fest, dass sie auch ein Fluch sein und tödlich enden kann. Mit Jonah selbst bin ich leider nicht warm geworden. Ich konnte mich nicht richtig mit ihm identifizieren und seine Art, wie zum Beispiel in seiner Liebesbeziehung, waren für mich teilweise etwas fremd. Auf seiner Flucht trifft er auf die verschiedensten Charaktere, die sowohl gute Absichten haben als auch schlechte. Zwischendurch waren mir es zu viele Charaktere, wodurch ich mit den Namen durcheinander kam und länger gebraucht habe, bis ich wusste wer wer ist. Die Charaktergestaltung gefällt mir aber größtenteils gut, da sie sehr vielfältig ist.

Der Einstieg
Der Einstieg ist wirklich sehr düster und beängstigend. Schnell hat sich für mich herauskristallisiert, dass ich in so einer Welt nicht Leben möchte. An sich war er gut gewählt, da ich mich so in die Welt von Jonah versetzen konnte. und wusste, was auf mich zukommen wird. Das Traumwandeln findet hier seinen Einstieg, mit dem ich aber am Anfang sehr zu kämpfen hatte. Bereits hier, hat sich die Geschichte für mich etwas in die Länge gezogen. 

Die Spannung, Handlung und Idee
Die Idee des Buches finde ich gut, auch wenn sie keine neue ist. Jedoch bringt der Autor einige neue Aspekte des Traumwandelns mit ein, die ich an dieser Stelle jedoch nicht nennen möchte, um euch die Spannung nicht zu nehmen. Diese jedoch war für mich sehr sehr schwankend. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich am Anfang so meine Schwierigkeiten hatte. Der Autor erzählt viel von Jonahs Tagesablauf und auch der erste Traum sucht ihn Heim. Allerdings hat sich das für mich ziemlich gezogen, obwohl er immer wieder spannende Aspekte mit einwirft. Mir persönlich ist einfach zu wenig passiert. Nach den anfänglichen Träumen, geht mir dann das im Klappentext angepriesene Traumwandeln verloren und somit der Fantasycharakter. Die Flucht rückt in den Vordergrund und die Träume werden zurückgestellt. Hier hätte ich mir mehr Träume gewünscht, um einfach viel mehr zu verstehen. Ab der Mitte wurde es dann spannender, da auch die Träume wieder einsetzen und sich die Handlungen zuspitzen.

Das Ende
Das Ende ist geprägt von Höhen und Tiefen. Zum Teil spannend und zum Teil war es mir wieder etwas zu zäh. Wieder wird viel erzählt und Jonah lernt einiges dazu. Allerdings kommt dann auch der Punkt, den ich mir an vielen Stellen gewünscht habe. Es passiert viel actionreiches, dass mich an das Buch fesseln konnte. Durch das Ende wurde ich dann doch neugierig auf den nächsten Band, weil einige Fragen ungeklärt bleiben. 

Mein Fazit
Eine Geschichte mit Höhen und Tiefen, die mich gespalten zurücklässt. Mir persönlich haben die Idee und der Weltenaufbau gefallen, aber die Spannung blieb für mich an vielen Stellen auf der Strecke. Das Buch ist aber auf jeden Fall für denjenigen, den das Thema des Traumwandelns interessiert und sich gerne in eine düstere Welt verlieren. Durch die leider genannten Kritikpunkte gibt es knappe 3,4 Sterne.

Meine Bewertung
3,4 Sterne

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