Donnerstag, 15. September 2016

[Rezension] Die Klinge des Kaisers von Lindsay Buroker

Von der erfolgreichen amerikanischen Indie Autorin - erstmals auf Deutsch.
Die Vollstreckerin Amaranthe Lokdon ist wirklich gut in ihrem Job. Ihr Revier liegt in der Hauptstadt des Reichs, in der dampfbetriebene Straßenbahnen und Maschinen das Straßenbild prägen. Hier ist das Verbrechen allgegenwärtig. Diebe rauben fleißige Geschäftsfrauen aus und Unbekannte setzen Gebäude am Seeufer in Brand. Amaranthes Aufklärungsrate ist exzellent und ihre Führung tadellos. Trotzdem wird sie immer wieder übergangen, wenn es um eine Beförderung geht. Als weibliche Gesetzeshüterin ist sie die Ausnahme im Kaiserreich Turgonia. Amaranthes Ehrgeiz und Gerechtigkeitssinn werden eher belächelt als belohnt. Doch dann erlebt der junge Kaiser Amaranthe bei einem beherzten Einsatz. Kurz darauf betraut Armeeoberkommandeur Hollowcrest sie mit einem geheimen und haarsträubenden Auftrag: Sie soll Sicarius, den meistgesuchten Auftragsmörder des Reichs, unschädlich machen. Weder Amaranthes Geltungsdrang noch ihre Neugierde lassen es zu, diesen Auftrag abzulehnen, obwohl sie ahnt, dass Hollowcrest sie nicht befördern, sondern erledigen will. Warum das so ist, wird ihr erst durch die Begegnung mit Sicarius klar. Und allmählich begreift sie auch, dass das Leben von Kaiser Sespian in Gefahr ist.
Wird Amaranthe den Hintermännern der Verschwörung gegen den Kaiser auf die Spur kommen? Welche Rolle spielt die geheimnisvolle Schmiede-Gruppe, die im Reich agiert? Und kann Amaranthe – gemeinsam mit den vier Mitstreitern, die sie angeworben hat – das magische unverletzliche Raubtier bezwingen, das nachts auf Beutezug geht und seine Opfer auf grausame Art verstümmelt?
Quelle

Korporal Amaranthe Lokdon ging ungeduldig auf und ab. Bei jedem Schritt schlugen ihr Kurzschwert, Schlagstock und Handschellen gegen die Oberschenkel und klapperten.


Das Cover und der Klappentext
Mich persönlich spricht das Cover nicht an. Wäre ich nicht angeschrieben worden, ob ich nicht Lust hätte das Buch zu lesen, wäre ich wahrscheinlich nicht darauf aufmerksam geworden. Das Bild an sich finde ich gar nicht mal so schlecht, aber die Schrift sieht nicht professionell aus, eher wie einfach mit Paint draufgeschrieben. Der Klappentext ist zwar sehr lang, beschreibt aber nicht in der Tiefe, sodass er keine eventuellen Spoiler enthält. Sicherlich könnte man auch ihn etwas kürzen, aber an sich enthält er nur das Wichtigste.

Der Schreibstil
Da das Buch aus dem amerikanischen ins Deutsche übersetzt worden ist, kann ich hier nur die Übersetzung bewerten. Gerade am Anfang war er sehr holprig und teilweise mit sehr seltsamen Ausdrucksweisen. Im Verlauf des Buches wurde er aber wesentlich besser, was wiederum Auswirkungen auf das ganze Buch hat.

Die Charaktere
Allgemein sind die Charaktere sympathisch, allerdings werden sie nicht in der Tiefe beschrieben, sodass sie für mich sehr unnahbar waren. Zum einen bin ich Amaranthe begegnet, die als Vollstreckerin arbeitet. In der Regel führen diesen Beruf keine Frauen aus, sodass sie sich durchkämpfen muss, denn sie strebt Höheres an. Amaranthe hat viel Biss, ist sehr zäh und ich mochte sie als Charakter gern. Zum anderen bin ich auf Sicarius getroffen, einen sehr geheimnisvollen Mann, der allerdings zu seinen Lebzeiten schon sehr viele Menschen umgebracht hat und somit als Massenmörder gesucht wird. Komischerweise fand ich sein Charakter noch besser als Amaranthe,  da ihn immer etwas Geheimnisvolles umgab und er mir trotz seinem Auftreten sympathisch war. Als letzten Charaktere möchte ich noch Sespian beschreiben, den sehr jungen Kaiser, der ursprünglich die Aufgabe hat, sein Volk zu regieren. Allerdings wird ihm das ohne seinen Willen abgenommen.

Der Einstieg in das Buch
Die Autorin beschreibt am Anfang ein Setting, welches sehr düster ist. Mir scheint, als gäbe es keine Sonne. Sie beschreibt kurz die Protagonistin und der Leser wird ebenfalls kurz in die Welt eingeführt. Allerdings kann ich mir unter dieser nichts vorstellen. In welcher Zeit befinde ich mich?

Die Spannung, Handlung und Idee
Anfangs muss ich ehrlich gestehen, dass ich mich etwas durch das Buch gequält habe. Der Handlungsverlauf ist sehr zäh, dementsprechend die Spannung gering. Einige der Begebenheiten haben mich verwirrt, sodass ich nicht in die Geschichte reinkam. Aber es lohnt sich weiterzulesen. Nach diesen Anfangsproblemen, erhöht sich die Spannung um einiges, es bleibt düster und es wird actionreicher und ich konnte deutlich erkennen, dass die Autorin so einiges kann. Nach den Anfangsschwächen konnte sie mich an ihr Buch fesseln und auch wenn die Charaktere wenig transparent und die Welt mir ihren Kern nicht offenbart hat, so wurde ich dann doch von der Geschichte gefesselt. Nicht nur, weil sie dann spannend wurde, sondern auch, weil mir die vielen Ideen der Autorin gefallen haben, wie die Geschichte fortgeführt wird.

Das Ende
Ich muss sagen, dass aller spätestens das Ende den schwachen Einstieg vergessen lassen. Hier überschlagen sich alle Ereignisse und ich war richtig gefesselt. Zudem war vieles unerwartet und nicht vorhersehbar, was das Ganze noch spannender gemacht hat. Durch das Ende wird man auf jeden Fall neugierig auf den nächsten Teil.

Mein Fazit
Durch den schwachen Einstieg sollte man sich nicht abschrecken lassen. Hat man diesen einmal überwunden, trifft man auf eine spannende Geschichte, die über ihre Vielfältigkeit und Unvorhersehbarkeit hervorsticht. Allerdings sollte man nicht viel Wert auf Charaktere und die Welt legen, wenn man diese gerne in der Tiefe beschrieben haben möchte. Für mich ein guter Auftakt einer neuen Reihe.

Meine Bewertung
4,1 Sterne


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen