Dienstag, 12. Juli 2016

Der Vorteil von Rezensionsexemplare und warum nicht alles Gold ist was glänzt

Hallo ihr Lieben :)
Ich mache mir gerade so die Gedanken, ob es denn wirklich immer gut ist Rezensionsexemplare anzunehmen. Dazu habe ich mir die Frage gestellt, was eigentlich die Vor- und Nachteile von diesen sind. Die Vor- und Nachteile beziehen sich sowohl auf den Rezensenten, die Autoren als auch Verlage.

 

Beim Überlegen, was denn Nachteile und Vorteile für mich von Rezensionsexemplaren ist mir aufgefallen, dass es doch mehr negative Argumente gibt als dafür.

Ich finde es sehr schön, dass man durch Anfragen von Autoren auf neue Bücher und neue Autoren aufmerksam wird. An sich geht man davon aus, dass es sich hierbei um eine Win Win Situation handelt. Der Rezensent bekommt ein kostenloses Buch, in den meisten Fällen ein Ebook, der Autor ein Feedback. Dann wird aber die Kritik der Außenstehenden laut: "Warum bekommt sie ständig neue kostenlose Bücher? Es kann doch nicht sein, dass man Bücher geschenkt bekommt!" Wenn ich genau darüber nachdenke, muss man sich ehrlich die Frage stellen, ob solche Aussagen gerechtfertigt sind.



Für mich ein klares Nein! In meinem Post Wie entstehen meine Rezensionen habe ich schon einmal aufgezeigt, wie viel Arbeit eigentlich dahintersteckt. Und es ist auf jeden Fall nicht so, dass man Bücher "geschenkt" bekommt, immerhin ist das Ganze mit Arbeit verbunden und nicht eben Mal mit einem "Tolles Buch" abgehakt.



Ich habe mich auch zwischenzeitig Mal gefragt, ob es wirklich so cool ist Rezensionsexemplare zu bekommen. Das Angebot voraussichtlich lebenslang mit Büchern versorgt zu sein ist schon verlockend, aber jedes tolle Angebot, bringt auch das Kleingedruckte mit sich. Am Anfang meiner "Bloggerkarriere" habe ich echt jedes noch so schlechte Buch durchgezogen, um eine Rezension verfassen zu können, mittlerweile bin ich davon abgekommen, denn meine Lesezeit ist mir zu schade und ich kann leider vorher nicht dem Buch ansehen, ob es mich wirklich anspricht. Schade ist es auch, wenn man ein Buch komplett gelesen hat, das Buch negative bewertet, da es nicht spannend oder gut lektoriert oder was auch immer war und man eine pampige Antwort auf die Rezension von dem Autor erhält oder tatsächlich kommt es auch vor, dass sich Autoren, deren Buch 5 Sterne von mir erhalten haben, nicht einmal mit einem Danke zurückmelden. Da frage ich mich echt, für was ich mir die Mühe gemacht habe.



Tatsächlich kam mir auch oft schon unter, dass Autoren mich mit falschem Namen angesprochen haben. Ich hab ja auch keine Vorstellung auf meinem Blog.. Oder mir Genre anbieten, die ich nicht lese. Da fragt man sich, ob der Autor sich mit dem Blog und meinen Vorlieben auseinandergesetzt hat. Wenn ich merke, dass das nicht der Fall ist, lehne ich gnadenlos ab. Ich brauche keine Bücher horten.

Und jetzt zum Positiven. Ich liebe Bücher und ich liebe es in neue Welten abzutauchen. ich hab so viele tolle Menschen kennenglernt und viele tolle Bücher. Zwar sind Rezensionsexemplare auch mit Stress behaftet, aber ich finde es schön, Menschen, die es wertschätzen, etwas zurückzugeben. Versteht mich nicht falsch, ich vergebe keine 5 Sterne an ein schlechtes Buch, aber auch mit negativer Kritik kann man was anfangen. Oder?


Ich werde weiterhin Rezensionsexemplare annehmen, aber wesentlich kritischer als zuvor. Spricht mich der Klappentext nicht sofort an oder bekommen ich 08/15 Standarttexte ohne Anrede oder falscher Anrede werde ich auch ablehne, weil ich daran sehe, dass sich nicht mit mir und meinem Blog auseinandergesetzt wurde.

Wie geht ihr mit Rezensionsexemplaren um? Was sind für euch Vor- und Nachteile? :)

Kommentare:

  1. Als Autor sollte man sich darüber im Klaren sein, dass Rezensionen Bücher verkaufen. Biete ich einem Blogger ein Buch an, schicke ich ein Taschenbuch. Warum? Weil ich etwas Schönes, Handhabbares geben möchte dafür, dass derjenige eine Rezension gibt. Darin sehe ich für Blogger und Autor besagte Win-Win Situation. Beide haben (hoffentlich) Spaß mit einem schönen Buch. Kehrseite der Medaille: Ich habe auch schon Anfragen an Blogger geschickt, die in meinem Genre lesen, und entweder gar nichts mehr gehört, oder zurückgeschrieben bekommen, dass man sich die Mühe nicht machen würde, das Buch eines deutschen Autoren zu lesen, weil das nur Mist sein könnte. Muss dazu sagen, dass ich auf Englisch schreibe, weil ich in Irland aufgewachsen bin, und dass professionelles Lektorat für mich eine Selbstverständlichkeit ist. Aber Kommunikation via Internet ist nicht immer einfach - weder für den Blogger, noch für den Autoren. Jeder macht und sammelt so seine Erfahrungen.

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    1. ich kann's auch verstehen, dass viele Autoren nur Ebooks verschicken. Leider gibt's so viele schwarze Schafe, die sich einfach nie wieder melden. Was spricht gegen einen Deutschen Autoren? So was finde ich Quatsch. ich hab schon total gute Bücher von deutschen Autoren gelesen :)

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    2. Nee, das Problem war eben die Kommunikation - die Bloggerin hatte meine E-Mail nicht richtig gelesen. In der stand nämlich, dass ich zweisprachig aufgewachsen bin und professionelles Lektorat für meine englischsprachigen Bücher habe (die Bloggerin ist aus Groß Britanien). Ich glaube, sie ist einfach mal davon ausgegangen, dass "zweisprachig" bei einem Indie Publisher nichts sein kann und hat sich den Rest gespart. Einerseits, oberflächlich gesehen, ein ehrlicher Fehler - es gibt so einige Schriftsteller, die sehr schlecht bearbeitete Bücher auf Englisch veröffentlichen. Andererseits... naja. Ich kam mir eben ein wenig blöde vor, aber ich denke, sowas passiert vielleicht in der Hektik.

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  2. Hallo liebe Anna,

    ein sehr interessanter Text! Ich hatte auch eine Phase, in der ich zu so gut wie jedem mit angebotenen RE »Ja« gesagt habe, auch wenn es mich nicht zu 100% angesprochen hat. Trotzdem zugesagt habe ich dann vor allem deswegen, weil der/die Autor/in sehr lieb angefragt hat und ich schon das Gefühl hatte, dass es kein Text war, der an x Blogger gesendet wurde und man sich auch ein wenig auf meinem Blog umgesehen hat. Da sage ich dann ungern »Nein«. Aber von Zeit zu Zeit kommen auch anfragen, da frage ich mich wirklich, wie frech man eigentlich sein kann und reagiere dann einfach gar nicht darauf. Denn das sind dann meistens Standardtexte, die kopiert wurden und dann an unzählige andere Leute mit Blog gesendet wurden, ohne Rücksicht auf meinen Namen oder meine bevorzugten Genres. Da wird mir das beispielsweise ein Erotik-Vampir-Roman angeboten, wenn ich in meinem Leben noch nie so etwas gelesen habe und es das garantiert auch nicht auf meinem Blog zu finden gibt. Sowas ärgert mich dann schon enorm, muss ich gestehen - ich antworte dann nicht darauf und lösche das sofort. Solche Anfragen zeugen meiner Meinung nach von mangelndem Interesse und Respekt vor dem Blogger, von dem man etwas will. - Und das geht bei mir einfach gar nicht. Ich habe auch nicht den ganzen Tag Zeit, aber wenn ich eine Leistung von jemandem haben möchte, dann muss ich mir auch die Zeit nehmen und auf die Person eingehen, von der ich eine Rezension zu meinem Buch will. So sehe ich das - und du siehst das ja mittlerweile ähnlich, wie ich gelesen habe. ;)

    Alles Liebe ♥,
    Janine

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    1. Ja genau :) Mittlerweile bin ich da sehr kritisch geworden. Sonst wird es echt zu viel. Witziger Weise bekomme ich neuerdings lauter Liebesroman anfragen. :D

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    2. Ich habe auch das Gefühl, dass 99% von allem, was da so im Bereich Indie veröffentlicht wird, Liebesromane oder Erotik ist. Im englischsprachigen Raum findest du kaum Blogger, die Mittelalterfantasy rezensieren - die wollen alle Liebesromane!

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  3. Die Sache mit den falschen Namen muss nicht unbedingt einem mangelnden Auseinandersetzen mit dem Blog geschuldet sein. Ich habe schon Autoren, Blogger, Kollegen, Kooperationspartner, Freunde und Familienmitglieder in Mails aus Daddeligkeit mit falschem Namen betitelt, obwohl ich sehr genau wusste, an wen ich da gerade etwas schreibe und obwohl ich Mails vor dem Abschicken noch einmal nachkorrigiere. Umgekehrt verdreht locker ein Drittel der Leute, die mich anschreiben, den zweiten und vierten Buchstaben meines Namens. ;) Man schreibt heutzutage einfach zu viele Mails, da konzentriert man sich dann schnell so sehr auf den Inhalt, dass man selbst nicht mehr merkt, was für einen Quatsch man gerade in die Anrede geschrieben hat. Und beim Nachkorrigieren eigener Mails ist man genauso betriebsblind wie die Autoren, die denken, sie könnten ihre Bücher problemlos selbst lektorieren.

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    1. Das schon. Aber manchmal kommt auch auf eine erneuten Mail immer noch der falsche Name, obwohl er ja dann noch einmal extra drunter geschrieben wurde. Ich bezweifle nicht, dass viele aus Schusseligkeit den falschen Namen hinschreiben. Das passiert mir auch manchmal. Aber bei vielen Mails sieht man einfach, dass es Standardmails sind und man merkt auch schnell, wo es einfach nur kopiert wurde und der Name nicht verändert wurde. ;)

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  4. Ich rezensiere sehr, sehr selten RE. Ich lese sehr wenig und finde es gut, wenn ich mich nicht unter Druck setze. Ich habe schon tolle Bücher als RE gelesen, aber.. momentan fühle ich mich gut so. Ich antworte auf jede Mail, weil ich es wichtig finde. Aber manchmal lassen Autoren nichts mehr von sich hören, wenn ich schreibe, was sie von mir erwarten können.

    Es ist schwierig, denn einerseits sind wir Dienstleister, andererseits will ich nicht darauf reduziet werden. Ein Buch zu kommen, damit der Autor mehr Bücher verkauft, das ist mir zu wenig. Und wenn ich das Gefühl habe, dass Autoren es sich einfach machen, dann ist das doof.

    Aber manche Autoren wollen keinen "Kontakt" zu den Rezensenten - man hat einen Deal, jeder erfüllt seine Bedigungen, fertig. Ich finde sowas unhöflich, aber.. vermutlich gibt es auch introvertierte Autoren, die sowas nicht möchten.

    Bisher hatte ich das Glück, dass sich noch niemand beschwert hat :-)

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    1. Leider gibt's auch das. Ich kenne es auch so, dass sich mancher Autor auf die Rezension hin, nicht einmal mehr zurück meldet. Die Arbeit, die hinter der Rezension steckt, wird so leider nicht geschätzt. :(

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  5. Hi Anna,

    wieder ein schön ausgearbeitetes Thema.
    Ich habe von Anfang an nie alles angenommen, was mir angeboten wurde und tue es auch heute nicht.
    Als Arbeit sehe ich ein RE auch nicht an, eben weil ich nur REs annehme, wenn mir der Klapptext und die Beschreibung vom Autor samt Leseprobe wirklich gefallen und mich neugierig gemacht haben. So, als wenn ich eben auch ein Buch kaufen würde.
    Bis her hatte ich auch wirklich erst ein einziges Buch, wo ich echt an der Rezi "arbeiten" musste, weil das Buch am Ende dann doch nicht so meins war.
    Gefälligkeitspunkte verteile ich auch nicht und bis her hab ich immer netten Kontakt mit den Autoren gehabt.
    Allerdings hatte ich auch schon Anfragen, wo es mich gewundert hat, das in der Anrede doch noch mein Name gestanden hat - also die Anfrage echt ein Serienbrief war und überhaupt nicht zu erkennen war, das der Autor überhaupt meinen Blog gesehen hat.
    Solche lösche ich mittlerweile einfach in meinem Postfach - wenn der Autor sich nicht die kleinste Mühe macht, warum soll ich sie mir dann machen?
    Wenn ich mal ein Buch angeboten bekomme das mir nicht zusagt, oder ich einfach keine Zeit habe, dann schreibe ich nett eine Absage und dann ist das für mich ok.
    Ich habe auch noch nie eine pampige oder unfreundliche Mail zurückbekommen.

    Also alles in allem bin ich noch nie auf einen Autor oder mit einem Buch "reingefallen".
    Ich werde auch nie ein Buch annehmen, nur weil ich grad nichts zu lesen habe, aber wenn ich das eine oder andere Buch annehme, dann stört es mich auch nicht, wenn meine dann so lange im SuB bleiben.
    Ich kann deine Argumente da oben verstehen, aber die Nachteile, die du aufgezählt hast, empfinde ich persönlich nicht.

    Ich wünsche dir noch viele angenehme REs und nette Autoren, damit dir der Spaß nicht vergeht!

    Liebe Grüße und noch eine schöne Woche,
    Su

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    1. Das ist schön, dass du bisher nur gute Erfahrungen machen konntest ;)Ach die Serienmails kenne ich nur zu gut. Allerdings antworte ich auf jede Mail, auch wenn ich mich da manchmal zurückhalten muss. ;)

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  6. Schöner Beitrag!
    Ich kann einige Dinge nachvollziehen, aber ich mag es trotzdem, ab und zu mal ein Rezensionsexemplar anzunehmen. Wie du sagst: Die Mischung machts... Aber ich habe auch schon durch Blogs tolle Bücher entdeckt, die auch Rezensionsexemplare waren. Vielleicht wären sie sonst gar nicht rezensiert worden.

    Ich bleibe gleich mal Leserin bei dir und würde mich über einen Gegenbesuch freuen :)

    Liebe Grüße
    Jasmin von buch-leben

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