Donnerstag, 28. Mai 2015

[Rezension] Radioactive: Die Verstoßenen von Maya Shepherd

Spannender, aber beängstigender Auftakt!

Titel: Radioactive: Die Verstoßenen
Autor: Maya Shepherd
Verlag:
Seitenzahl: 280 Seiten
Genre: Dystopie

Nachdem Cleo ihre erste große Liebe Finn verlassen musste, erwacht sie auf der Krankenstation der Legion. Zwar hat sie ihr Gedächtnis nicht verloren, aber nichts läuft so, wie sie und die Rebellen es geplant hatten.
Die Legionsführer sehen in ihr keine Bedrohung und gehen zum geordneten Alltag über, in dem sich Cleo nicht länger zurechtfindet. Nur die Legionsführerin A350 scheint Interesse an ihr gefunden zu haben und verschafft ihr Gehör. Doch als Finn plötzlich als Gefangener in der Legion auftaucht, scheinen alle Pläne hinfällig zu sein. Cleo wird gezwungen, über Finns Schicksal zu entscheiden: Lässt sie sein Gedächtnis löschen oder verurteilt sie ihn zum Tode...  
Quelle

Meine korrekte Bezeichnung lautet E518. Ich bin eine Überlebende der fünften Generation.

Aufbau und Schreibstil
Insgesamt hat der erste Teil der Reihe 14 Kapitel, die sich über eine Seitenzahl von 280 Seiten ziehen. Hinzukommt am Anfang ein Vorwort, welches geschichtliche Hintergründe über den Atomkrieg erzählt.
Den Schreibstil der Autorin finde ich leicht und spannend zu lesen.

Spannung
Das Buch konnte mich wirklich fesseln. Am Anfang wusste ich nicht so genau was aus E518 wird und auch im Laufe des Buches hatte ich immer das Gefühl, dass gleich was schlimmes passiert.

Charaktere
Cleo/ E518
Eigentlich sind wir alle gleich. Das ist Cleos Motto, denn anders kennt sie es nicht. Ihr zu Hause ist die Sicherheitszone. Denn die große Welt draußen ist verstrahlt. Doch plötzlich geschehen Dinge, die Cleos Weltbild in Frage stellen.

Finn
Finn gehört zu den Rebellen und verlor seine Eltern im Kampf gegen die Kämpfer der Sicherheitszone. Seitdem versucht er seine jüngere Schwester aus der Sicherheitszone zu befreien. Als er auf Cleo trifft, verändert sich auch ein Teil von ihm.

Das Cover finde ich gut getroffen. Es braucht nicht viel, um die Welt rund um Cleo zu beschreiben. Wir sehen darauf vermutlich Cleo so, wie sie geformt wurde. Im Hintergrund sehen wir nur Einöde und Sand. Das Ergebnis grauenhafter Kriege.

Das Vorwort finde ich sehr interessant. Die Autorin hat sich dazu entschieden, nicht direkt in die Geschichte einzusteigen. Sondern dem Leser erst einmal einen Einblick in die Atomgeschichte des Menschen zu geben. Mir wurde noch einmal vor Augen geführt, welches Ausmaß eine Atombombe mit sich trägt und dass nicht nur das Einschlaggebiet der Bombe von der radioaktiven Strahlung betroffen ist, sondern auch noch weit das Gebiet drum herum.


Den Einstieg finde ich gut gelungen. Alleine die ersten Sätze

Meine korrekte Bezeichnung lautet E518. Ich bin eine Überlebende der fünften Generation.

machten mich neugierig.
Handelt es sich hierbei um einen Menschen oder doch um einen Roboter? Warum sollte ein Mensch so eine komische Bezeichnung tragen?

Die Spannung ließ im Laufe des Buches nicht nach. Anfangs befinden wir uns in der Sicherheitszone, in der alles streng geregelt und friedlich abläuft. Und doch hatte ich ständig das Gefühl, dass bald was schlimmes passieren wird.
Ich fand es auch sehr beklemmend, zu lesen, dass jeder Mensch als eine Einheit geformt wurde, und das Unterschiede von vornerein verhindert wurden.

Andersartigkeit führt zu Neid und Neid führt zu Krieg

Sätze wie diese finden wir zu genügen in dem Buch. Denn die Menschen dort sind der Auffassung, dass nur die kleinste Veränderung, den größten Fehler anrichten kann.

Im Laufe des Buches nimmt die Spannung mehr und mehr zu. Es kommt zu nicht vorhersehbaren Ereignissen und Cleo trifft auf Menschen, die ihr Weltbild plötzlich verdrehen und sie muss sich selbst hinterfragen, ob die Sicherheitszone wirklich ihr zu Hause ist.

Die Charaktere haben mir gut gefallen.
Anfangs konnte ich Finn ganz und gar nicht leiden. Ich konnte sein Handeln nicht ganz nachvollziehen und er kam für mich als aggressiver und verständnisloser Mensch herüber. Aber im Laufe des Buches habe ich ihn genauso lieb gewonnen, wie Cleo.
Cleo finde ich beeindruckend. Obwohl sie von allem ferngehalten wurde und ihr 18 Jahre lang immer das selbe eingetrichtert wurde, ist sie bereit alles zu hinterfragen und viel neues zu lernen. Hinzukommt, dass sie sehr mutig und liebevoll ist. Sie ist für mich ein starker Charakter.

Das Ende macht auf jeden Fall neugierig nach mehr. Wir landen da, wo wir das Buch begonnen haben. Auch wenn wir nicht wissen, was aus Cleo wird. Werden die Sicherheitsleute sie voll doch wohlmöglich umbringen?
Es bleibt spannend!

Wir dürfen keine eigenen Entscheidungen treffen. Wir dürfen nicht denken. Sie verbieten uns Gefühle.


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