Sonntag, 31. Mai 2015

[Autoreninterview] Pia Hepke




Stell dich doch einmal kurz vor.
Mein Name ist Pia, ich bin 22 Jahre alt, schreibe super gerne Fantasygeschichten und habe viel zu viele Ideen im Kopf. Nebenbei male und zeichne ich auch gerne, das Fotografieren ist leider zu einem Gelegenheitshobby verkommen, aber meine Pferde und meine Hündin Amber beanspruchen einfach zu viel Zeit und stehen nicht gerne Modell.

Was hat dich dazu bewegt, Bücher zu schreiben?
Ein Traum.
Weil es mir irgendwie peinlich war, ihn zu erzählen, hab ich ihn einer Freundin aufgeschrieben und zusammen hatten wir dann die Idee, Bücher zu schreiben. Verrückt aber, ich hab überlegt, dass man daraus eine interessante Buchidee machen kann. Es war nur eine Szene und sie kommt letztendlich auch gar nicht vor, aber das war der Anstoß.
Am Ende habe ich an meiner Idee geschrieben und meine Freundin an ihrer. Eine Zeit lang haben wir uns immer unsere Fortschritte zugeschickt, aber damit haben wir irgendwann aufgehört, weil die Zeit fehlte, das Interesse weg war, ich weiß es nicht mehr genau. Aber im Gegensatz zu ihr habe ich nach einem halben Jahr wieder weiter gemacht und dann nicht mehr aufgegeben!


Wie entwickeln sich deine Ideen zu den Büchern? Wodurch wirst du inspiriert?
Am meisten durch meine Träume, sie bieten oftmals die interessantesten Ideen. Meine Romane basieren bisher ausschließlich auf Traumszenarien.
Ansonsten inspiriert mich mein Alltag, das Wetter, Filme, Bücher. Aber die richtig guten Ideen kommen spontan und ohne weitere Zusammenhänge. Boom! Sind sie einfach da.

Hat sich dein Leben verändert, seitdem du begonnen hast Bücher zu schreiben?
Auf jeden Fall. Mal abgesehen davon, dass ich früher nie bei Facebook anzutreffen war und nun mehrere Stunden dort verbringe, habe ich auch viele Menschen kennengelernt, deren Bekanntschaft ich ansonsten nie gemacht hätte.
Dem Gefühl nach habe ich inzwischen viel mehr Ideen und Fantasien als früher. Außerdem formuliere ich immer gleich alles in eine Szene um, wenn ich schöne Dinge sehe. Der fallende Schnee wird augenblicklich so beschrieben, wie ich es auch in einem Text tippen würde und andauernd kommen neue Idee, die aufgeschrieben werden wollen.
Aber abgesehen davon, dass ich inzwischen das Gefühl habe, das Schreiben bestimmt mein Leben, hat sich gar nichts verändert *haha*

Hast du zwischendurch auch mal Schreibblockaden? Was machst du dagegen?
Bisher hatte ich eigentlich noch keine großartige Schreibblockade. Natürlich kommt es vor, dass man mal keine Lust hat und die Motivation fehlt. Aber ich habe meist eine Art Schreibplan, an den ich mich halten muss. Das heißt, wenn ich heute nicht so und so viel schreibe, muss ich morgen das doppelte schreiben. Man muss manchmal einfach nur den inneren Schweinehund überwinden (und das beim Schreiben nicht selten)
Aber hier und da hilft es auch, eine Szene zu schreiben, die einem gerade mehr am Herzen liegt. Wenn man erst einmal schreibt, fällt es viel leichter auch unliebsame Dinge auf Papier zu bringen. Man darf nur nicht zulassen, dass Facebook und Co einen zu sehr ablenken. Denn oftmals ist die wertvolle Schreibzeit plötzlich weg und man wundert sich, was man in der Zeit eigentlich gemacht hat.

Gab es irgendwann mal einen Zeitpunkt, an dem du am liebsten alles über Bord geworfen hättest? Was hat dich dazu bewegt weiter zu schreiben?
Das gibt es ganz oft. Ob nun Absagen von Verlagen, schlechte Rezensionen oder Kritik, die einen dazu bringt, einfach alles hinzuschmeißen.
Aber letztendlich schreibe ich ja nicht für all diese Leute, die dann der Meinung sind, es wäre nicht gut genug. Ich schreibe, weil es mir Spaß macht. Es ist ein Hobby.
Außerdem muss ich diese lange Liste an Ideen abarbeiten, andernfalls platzt irgendwann mein Kopf^^
Das muss man sich immer wieder vor Augen führen. Wieso schreibe ich?

Erzähl doch mal etwas zu deinem Buch/deinen Büchern.
Da gibt es einmal meine Drachensaga, die beim Burg Verlag erschienen ist. Der letzte Teil wird voraussichtlich Ende des Jahres veröffentlicht. Bei der vierteiligen Reihe geht es um Drachen, die menschliche Gestalt annehmen können und so unerkannt unter uns Menschen leben. Es gibt viele Geheimnisse, Wendungen und Verbindungen, die sich dem Leser erst nach und nach erschließen.
Und dann gibt es noch meine Irrlichter. Dabei handelt es sich um einen Kurzroman, den ich Anfang des Jahres in Eigenregie veröffentlicht habe. Das war gar nicht so einfach, aber es hat sich gelohnt.
Meine Irrlichter sind kleine Lichtgestalten, die an Feuer erinnern. Sie sorgen dafür, dass an Halloween und Walpurgis keine verstorbenen Seelen vom Jenseits ins Diesseits wechseln. Auch meine Irrlichter können menschliche Gestalt annehmen und waren früher einmal Menschen. Was genau dahinter steckt, müsst ihr dann aber selber lesen!

Hast du schon ein neues Buch geplant? Magst du uns schon etwas dazu verraten?
Eigentlich habe ich derzeit sogar mehrere Bücher geplant. Zum Einen möchte ich weitere Kurzromane schreiben, die ich dann selber veröffentliche. Momentan schreibe ich an einer Rentiergeschichte, die dann passend zu Weihnachten erscheinen soll. Danach wird wohl meine Greifengeschichte dran kommen, die ich zwar angefangen habe, aber nicht beendet habe (wegen Zeitmangel xD )
Und was die „richtigen“ Bücher angeht, so habe ich bereits den ersten Teil meiner Meerjungfrauen-Trilogie Ende letzten Jahres beendet. Aber natürlich fehlen da noch zwei Teile. Am liebsten würde ich sie beide noch dieses Jahr schreiben, mal sehen, ob ich die Zeit dazu finde. Und danach folgt meine seit langem wartende Dystopie und so geht es immer weiter. Die Liste ist ziemlich lang^^

Welche Bücher liest du ganz Privat? Welches Buch sollte man auf jeden Fall einmal gelesen haben?
Hauptsächlich auch hier im Fantasybereich. Wobei ich inzwischen sehr gerne bei Leserunden auf Lovelybooks mitmache. Der Austausch mit anderen Lesern hilft mir auch bei fremden Büchern, um etwas zu lernen. Was gefällt, was kommt an. Was stört mich persönlich, andere aber nicht.
Ich denke, jeder sollte einmal Harry Potter gelesen haben und das hat bestimmt auch schon fast jeder gemacht *grins*

Hast du das Gefühl, dass dir Rezensionen helfen? Findest du sie sinnvoll?
Es gibt solche Rezensionen und solche. Es kommt immer darauf an, wie sie formuliert sind. Ich selber achte in meinen Rezensionen darauf, genau zu schreiben was mir wieso gefallen hat oder auch nicht.
Wenn da aber nur steht „Mochte den Hauptcharakter nicht“, dann ist das wenig hilfreich. Es sollte zumindest ein Grund als Beispiel angeführt werden. Wenn einige Dinge jedoch immer wieder in Rezensionen erwähnt werden, sollte man schon schauen, ob sich daran etwas ändern lässt. Insofern können sie durchaus hilfreich und sinnvoll sein.
Außerdem geben sie den „neuen“ Lesern einen Eindruck vom Buch und können Enttäuschungen vorbeugen.

Wie stehst du zu Gewinnspielen? Verlost du auch manchmal eins deiner Bücher?
Ja, hier und da verlose ich auch mal. Meistens gibt es dafür allerdings einen Anlass (Weihnachten z.B.)
Ich finde Gewinnspiele können positiv sein, weil man dadurch aufs Buch aufmerksam macht. Aber zu oft haben sie eher eine negative Wirkung. Wozu soll man sich das Buch kaufen, wenn man alle drei Wochen die Chance hat, es zu gewinnen?

Wie gehst du mit negativer Kritik um?
Das kommt ganz darauf an, wie sie formuliert ist. Wenn sie berechtigt ist und man daran etwas ändern kann, nehme ich sie an. Man will ja schließlich auch besser werden.
Aber es gibt auch Kritik, die einfach subjektiv oder unbegründet ist. Damit umzugehen ist schwer. Oftmals hilft es, wenn man andere Meinungen zu dem Thema hört und einen die Leser wieder aufbauen.
Aber negative Kritik zieht einen natürlich immer erst einmal runter, jeder geht damit dann anders um. Und auch bei mir unterscheidet sich das von Fall zu Fall noch mal.

Gibt es für dich ein No-Go im Sinne von Büchern oder auch deinen Fans?
Bücher absichtlich schlecht zu machen, geht gar nicht. Klar, lässt man sich auch mal über Bücher aus. Aber dann bitte im Freundeskreis, wo die entsprechenden Autoren es nicht mitbekommen. Nicht öffentlich Bücher niedermachen, bitte. Jemand, der nie ein Buch geschrieben hat, weiß nicht, wie viel Arbeit und Herzblut darin steckt. Konstruktive Kritik äußern, ja. Aber nicht einfach drüber herziehen.

Hast du Tipps für junge Autoren oder die, die es gerne werden möchten?
Zuerst einmal, lesen. Ich finde lesen hilft sehr viel. Auch wenn man anfängt zu schreiben, sollte man das Lesen nicht zu sehr vernachlässigen. Besonders wenn man in der Materie drin ist, sieht man viele Dinge mit anderen Augen und das ist sehr hilfreich.
Außerdem sollte man ein gutes Durchhaltevermögen besitzen und nach Möglichkeit das Geschriebene an die verschiedensten Personen weiterreichen, um unterschiedliche Meinungen, die ehrlich sagen was gut und was schlecht ist, zu bekommen. So etwas hilft einem ungemein, weil es einen weiterbringen oder motivieren kann!

Was willst du noch unbedingt an deine Leser los werden?
Ich bin für jeden einzelnen, der mich unterstützt sehr dankbar. Ich freue mich jedes Mal, wenn mich jemand anschreibt, nur um eben zu sagen, dass ihm oder ihr mein Buch gefällt. So etwas motiviert, hört bitte nicht damit auf! Ich brauche euch, damit ich nicht doch mal alles hinschmeiße, denn ihr baut mich wieder auf!

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