Sonntag, 10. Mai 2015

[Autoreninterview] Petra Fischer



Stell dich doch einmal kurz vor.

Ich bin Petra Fischer, 36 Jahre jung, verheiratet und habe 3 Kinder (17, 13 & 6 Jahre). Geboren und aufgewachsen bin ich in Berlin, bis mich vor 14 Jahre die Liebe nach Rheinland-Pfalz gelockt hat. Von Beruf bin ich selbstständige Tagesmutter von momentan 7 Tageskindern und einmal die Woche koche ich im Kindergarten.

Meine Romane sind:

„Schatten Leben“ (erschienen 2011 als Taschenbuch und eBook)

„Mein Weg zur ewigen Ruhe“ (erschienen 2012 als Taschenbuch und eBook)

„Glück fürs Glücklichsein“ (erschienen 2014 als Taschenbuch und eBook)


Was hat dich dazu bewegt, Bücher zu schreiben? Daran ist eindeutig eine sehr gute Freundin von mir “Schuld“. Sie kam eines Tages zu mir und meinte: „Los, schreib mal ein Buch, ich möchte mit einer Autorin befreundet sein.“ Das krasse war, sie hatte es wirklich ernst gemeint und nachdem mir dieser Gedanke gar nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte, habe ich es “einfach“ getan. Im Nachhinein bin ich wirklich froh, dass ich es gewagt habe und ich bin ihr wirklich dankbar über ihre banale Forderung, denn so habe ich es wirklich geschafft über mich hinauszuwachsen und Dinge zu tun, die ich mir nicht mal in meinen kühnsten Träumen gewagt hätte zu haben.



Wie entwickeln sich deine Ideen zu den Büchern? Wodurch wirst du inspiriert?
Inspiriert werde ich vom wahren Leben. Ich greife Themen auf, die irgendjemand sicherlich schon mal so oder so ähnlich erlebt hat. Deshalb finden sich meine Leser immer wieder in meinen Romanen. Realität und Fantasie sprechen bei mir sozusagen eine gemeinsame Sprache.


Hat sich dein Leben verändert, seitdem du begonnen hast Bücher zu schreiben?
Verändert vielleicht nicht unbedingt und doch ist es etwas anders geworden.

Zum Beispiel nehme ich meine Umwelt viel intensiver wahr, bin immer auf der Suche nach neuen Inspirationen. Oder plötzlich ertappe ich mich öfters beim Lesen dabei, dass ich mich frage, ob der Autor vielleicht genau diese Situation selbst einmal miterlebt hat. Das hatte ich vorher nie.


Hast du zwischendurch auch mal Schreibblockaden? Was machst du dagegen?
Oftmals ist es bei mir so, dass wenn der Alltag sehr stressig ist, mir einfach die Lust fehlt, mich in meiner wenigen freien Zeit noch an den Laptop zu setzen und zu schreiben.

Wenn ich eins gelernt habe, man kann sich nicht zu Kreativität zwingen. Alles kommt zu seiner Zeit und mal ganz ehrlich, man ist ja auch nicht auf der Flucht – bla bla bla – Quatsch ist das zwar nicht, aber ich selbst bin ein sehr ungeduldiger Mensch. Wenn ich abnehmen will, dann mein Wunschgewicht genau bis morgen und so ist das mit dem Schreiben auch. Nur zwingen bringt wirklich leider nichts.

Bei einer klassischen Schreibblockade helfen mir oftmals Gespräche mit Freunden oder ich starte im Internet einen Aufruf „Hey Leute, ich brauch mal wieder eure Hilfe! Was fällt euch zum Thema XY ein?“ Das klappt wirklich gut. Oder ich gönne mir eine komplette Auszeit, in der ich beispielsweise selbst zum Buch greife und lese, denn beides zur selben Zeit kann ich nicht. Entweder lesen oder schreiben. Wenn ich es parallel mache, vermischen sich die Gedanken zu sehr.


Gab es irgendwann mal einen Zeitpunkt, an dem du am liebsten alles über Bord geworfen hättest? Was hat dich dazu bewegt weiter zu schreiben?
Ja den gab es in der Tat. Das war nach Fertigstellung meines dritten Romans. (Vielleicht sollte ich noch kurz erwähnen, dass ich weder „Schatten Leben“ noch „Mein Weg zur ewigen Ruhe“ einem Verlag vorgestellt habe, denn ich hätte bei beiden Romanen kein nein akzeptieren können – selfpublishing über BoD war für mich die einzige Option). Mein Roman „Glück fürs Glücklichsein“ war also fertig und mich überkam der Mut, es diesmal Verlagen vorzustellen. Also machte ich mich ans Exposé und verzweifelte fast daran. Ich fand es unsagbar schwer, ein Exposé zu verfassen. Nach sehr vielen Mühen, war auch dieses fertig. Danach hieß es Verlage anschreiben. Ich habe 10 Verlage angeschrieben. Und was kam zurück? Ein Verlag meinte eBook ja, print nein und ein anderer wollte eine Mitfinanzierung von knapp 2000 €. Von den anderen Verlagen habe ich bis heute keine Antwort erhalten. In der Zeit des Wartens hab ich alles in Frage gestellt was nur geht und ehrlich gesagt dachte ich, ich würde nie wieder Freude am Schreiben finden. Zu guter Letzt, habe ich auch meinen 3. Roman über BoD verlegt und für mich selbst beschlossen, dass ich meine Energie nicht mehr an Exposé, Verlage und warten verschwenden werde.


Erzähl doch mal etwas zu deinem Buch/deinen Büchern.
Oh je, ich glaub an dieser Stelle, werde ich mal lieber nur die Klapptexte meiner Romane wiedergeben, sonst sprengt das wirklich den Rahmen…

„Schatten Leben“ (Genre Belletristik)
Worin besteht der Sinn des Lebens? Und wie zum Henker soll man es schaffen, sein Leben wieder in geordnete Bahnen zu bekommen, wenn doch so ziemlich alles in Trümmern liegt? Diese Fragen stellt sich der 37 jährige Anthony Tag für Tag, denn seit dem Tod seiner geliebten Frau, ist nichts mehr so, wie es einst war. Gerade als er sein Leben wieder einigermaßen im Griff hat, poltert Joan, eine Freundin aus vergangener Zeit, mit ihren beiden Söhnen in sein Leben und stellt alles auf den Kopf.
Begleiten Sie Anthony durch eine Reise der Gefühlswelt, auf der Suche nach der eigenen, inneren Ruhe und das Wiederfinden von Glück und Lebensmut.


„Mein Weg zur ewigen Ruhe“ (Genre Belletristik)
Von Kindheitstagen an kämpft Felicitas um Liebe und Anerkennung. Jeder Schicksalsschlag scheint sie stärker zu machen, bis zu dem Tag, als sie merkt, dass sie den Kampf nicht gewinnen kann.

„Glück fürs Glücklichsein“ (Genre Belletristik)
Ausgerechnet am Tag seiner Hochzeit begegnet Raik seiner Jugendliebe Fabienne wieder. Schnell wird klar, dass sie beide noch immer Gefühle füreinander hegen.
Doch was ist es, was die zwei so stark verbindet und warum herrschte fast 20 Jahre Stille zwischen ihnen?

Das Cover meines ersten Romans hat eine Freundin nach meinen Wünschen gemalt. Alle weiteren sind der Verdienst meines Neffen.


Hast du schon ein neues Buch geplant? Magst du uns schon etwas dazu verraten?
JA, ist aber noch alles in der Kinderschuhen. Drei Kapitel sind bisher geschrieben. Viel kann ich noch nicht verraten, denn so wirklich weiß ich ja auch noch nicht, was sich so alles ergibt. Nur so viel: Der Protagonist wird wie in meinem ersten Roman ein Mann sein. Und auch diesmal wird mein Neffe wieder das Cover kreieren.


Welche Bücher liest du ganz privat? Welches Buch sollte man auf jeden Fall einmal gelesen haben?
Mein absoluter Lieblingsautor ist Nicholas Sparks. Ich liebe seine Storys und seinen Schreibstil. Er ist der einzige, von dem ich die Bücher “blind“ kaufe, ohne auf den Klapptext zu achten und dessen Werke ich jederzeit vorbehaltslos empfehle. Er ist der Gott unter allen Schriftstellern für mich.


Hast du das Gefühl, dass dir Rezensionen helfen? Findest du sie sinnvoll?
Das ist eine sehr gute Frage… Ganz ehrlich, manchmal frage ich mich, wie viele Rezis echt sind. Viele lesen sich für mich wie Freundschaftsgefallen, einige wie Hetzkampanien. Ich selbst lese mir meistens die Rezensionen nicht durch, aus benannten Zweifeln. Lieber bilde ich mir selbst eine Meinung, denn wenn mir der Titel, das Cover und der Klapptext gefallen, wieso interessieren dann Rezensionen? Denn bekanntlich ist ja alles Geschmackssache.Wenn ich dann doch mal die Rezis lese, meist mehr aus Neugierde als aus echtem Interesse, kam es tatsächlich schon ein paarmal vor, dass ich mir ein Buch (meist waren es eBooks) gekauft habe, weil die Rezis so miserabel waren, dass ich mich selbst davon vergewissern wollte, dass die Story wirklich so schlecht ist.


Wie stehst du zu Gewinnspielen? Verlost du auch manchmal eins deiner Bücher?
Ich muss gestehen, damit habe ich mich noch nicht so wirklich befasst. Ein kleines Gewinnspiel hatte ich vor Weihnachten angeboten, aber die Teilnehmerquote war eher mäßig. Ich glaube einfach, dass der ganze Markt davon so überlaufen ist und die Leute vielleicht sogar schon genervt sind.


Wie gehst du mit negativer Kritik um?
Bei meinen Romanen handhabe ich das genau wie in allen Bereichen in meinem Leben: Ich höre mir gern an, was mir meine Mitmenschen zu sagen haben. Gutgemeinte negativ Kritik nehme ich gerne nach reichlicher Überlegung an und versuche es dann besser oder anders zu machen. Dabei wäge ich aber ab, ob die Kritik gerechtfertigt ist. Denn manchmal ist eine Änderung für andere nur besser, aber nicht für mich selbst und in erster Linie muss ich mir selbst treu bleiben.


Gibt es für dich ein No-Go im Sinne von Büchern oder auch deinen Fans?
Mein No-Go sind eher die Nicht-Fans… Natürlich wird nicht jeder meine Romane mögen, aber ich kann Leute nicht ausstehen, die aus Neid alles schlecht machen und über meine Storys urteilen wollen, ohne überhaupt das Buch zu kennen.
Hast du Tipps für junge Autoren oder die, die es gerne werden möchten?
Naja, ein alter Hase bin ich ja nun auch noch nicht, aber das einzige was ich jedem gern mit auf den Weg geben möchte: „Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum“

Es gibt kein größeres Gefühl, als ein Paket zu öffnen und das allererste Mal seinen eigenen Roman zu erblicken und in die Hand nehmen zu können. Dieses Gefühl und dieser Geruch – unbeschreiblich.


Was willst du noch unbedingt an deine Leser loswerden?
Ich bin froh, dass es euch gibt! Ihr gebt mir die Bestätigung und den Mut weiter zu schreiben.

 

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