Mittwoch, 8. April 2015

[Rezension]Unter Tränen gelacht von Bettina Tietjen

Titel:  Unter Tränen gelacht
Autor: Bettina Tietjen
Verlag: Piper
Seitenzahl: 305

Die Geschichte eines schönen, schweren Abschieds.
In diesem sehr persönlichen Buch erzählt Bettina Tietjen von der Demenzerkrankung ihres Vaters, vom ersten »Tüdeln« bis zur totalen Orientierungslosigkeit. Offen und liebevoll beschreibt sie die Achterbahn ihrer Gefühle, einen geliebten Menschen zu verlieren, aber auch ganz neu kennenzulernen, und die vielen komischen Momente, in denen sie trotz allem herzhaft zusammen lachen konnten. Bettina Tietjen musste lernen, dass Demenz ein Zustand ist, der ganz allmählich von einem vertrauten Menschen Besitz ergreift. Zuerst merkt man es nicht, dann will man es nicht wahrhaben. Schließlich muss man lernen, es zu akzeptieren. Denn trotz aller Herausforderungen ist Bettina Tietjen überzeugt: Demenz ist nicht nur zum Heulen, sondern kann auch Denkanstoß und Kraftquell sein.

Als am Sonntagabend gegen 22 Uhr mein Handy klingelt, weiß ich noch nicht, dass dieser Anruf mein Leben verändern wird. Ich bin müde, habe sieben Tage am Stück moderiert und freue mich auf mein Sofa.




Schon die Gestaltung des Covers finde ich sehr schön. Wir sehen die Autorin zusammen mit ihrem Vater auf einem, für mich sehr persönlichem, Bild. Die hellblaue und weiße Farbe harmonieren für mich sehr schön miteinander.

In diesem Buch schildert die Autorin ihren persönlichen Umgang mit der Demenz und dem Pflegeheim, in dem ihr Vater untergebracht worden war.
Wir erfahren viel über die Krankheit, jedoch nicht zu viel, da sie immer wieder die Wichtigkeit an ihrem Vater verdeutlicht.
Ich finde es sehr schön, dass sie offen über alles geredet hat. Das in Alters- und Pflegeheimen eben nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen herrscht, sondern das oftmals das Personal überfordert ist, da sie zu wenig Zeit und zu viele alte Menschen versorgen müssen.
Hinzu kommt, dass ein Altersheim auch recht teuer ist und die Krankenkasse nur einen Teil davon übernimmt. Über Gerechtigkeit in dem Sinne, kann man sich Streiten.

Zum Glück hatte die Autorin Glück. In dem Heim ihres Vaters scheint alles ziemlich glatt zu laufen, auch wenn das Personal dort auch nicht ganz so viel Zeit hat. Schön finde ich, dass sie oft von den Ergotherapeuten berichtet.
Leider vielen zu unbekannt. Dabei können sie mit nur kleinen Dingen großes bewirken, weil man Menschen schnell ihre Lebensqualität wiederbringen und ihr Leben erleichtern kann.

Sehr schön finde ich, dass wir ca. in der Mitte des Buches ganz persönliche Bilder vorfinden. Bilder, die ihren Vater in den letzten Jahren zeigen und eben auch zeigen, dass ein Mensch, nur weil er krank ist, auch glücklich sein kann.
Bettina Tietjen sagte selbst:


Demenz kann auch eine Kraftquelle sein.

Man kann sich leider nicht aussuchen, ob man krank wird. Aber man kann das beste draus machen. Ich finde, so lange ein Mensch nicht darunter leidet, kann man auch positives daraus ziehen. Man kann viel lernen.

Ich denke, dass das Buch dem ein oder anderen mehr oder weniger Hoffnung geben kann, dass man einen demenzerkrankten Menschen nicht aufgeben sollte, sondern ihn bei seinem weiteren Weg unterstützen sollte, denn er kann noch so viel unglaubliches vollbringen.

Schönes, persönliches Buch, in dem man nicht nur einen Teil aus Bettina Tietjens Leben mit ihrem demenzerkrankten Vater erfährt, sondern auch etwas für sich selbst mitnehmen kann.

Spannung   : 5/5 Kirschblüten
Charaktere  : 5/5 Kirschblüten
Inhalt       :   5/5 Kirschblüten 
Klappentext    : 5/5 Kirschblüten
Cover       :     5/5 Kirschblüten
Schreibstil  :  5/5 Kirschblüten






































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