Sonntag, 12. April 2015

[Autoreninterview] Bianca Karwatt


Bianca Karwatt



Stell dich doch einmal kurz vor.  
Mein Autorenname ist Bibi Rend, in der Realität heiße ich Bianca Karwatt.
Bin Mitte der 70er-Jahre geboren
und lebe in der Nähe von Hannover. Mein Leben wird
bereichert von meinem Mann und meiner Katze Püppi.
Ich bin in der ambulanten Alten- und Krankenpflege
tätig und der Umgang mit den älteren Menschen macht
mir sehr viel Spaß.
Was hat dich dazu bewegt, Bücher zu schreiben?
Eine befreundete Autorin (Susanne Schnitzler)
meinte mal im Scherz zu mir, das ich Bücher schreiben sollte.
Also habe ich es im April 2014 ausprobiert und Gefallen
daran gefunden. Da mein Mann schon seit 2008
Fanfiction schreibt, war der Schritt einfacher als gedacht.
 


Wie entwickeln sich deine Ideen zu den Büchern?
Wodurch wirst du inspiriert?
Inspirationen bekomme ich durch Bruchstücke meiner Träume,
an die ich mich morgens erinnern kann.
Allerdings sind es wirklich nur kleinste Puzzleteile, die
ich dann als Beginn nehme und mir Notizen mache.  
Erst während des Schreibens entwickelt sich eine
Geschichte daraus. Ich halte mich an keine Vorgabe,
sondern lass es einfach fließen, wenn ich mit dem
Schreiben begonnen habe. Meine Protagonisten machen
fast immer das, was ich nicht will. :D


 
Hat sich dein Leben verändert, seitdem du begonnen hast Bücher
zu schreiben?  
Oh ja, sehr verändert. Früher bin ich schon immer mit
offenen Augen durch die Welt gegangen, aber seitdem
ich schreibe, achte ich viel mehr auf Kleinigkeiten. Wie
bewegen sich die Menschen, wie sind sie gekleidet, wie ist ihr Duft,
wie gehen sie mit ihren Mitmenschen um. Wie sind Häuser gebaut, haben sie
Verzierungen, sind sie alt oder neu. So beobachte ich dann auch die Natur und
ihre Lebewesen und präge mir die Informationen ein.




Hast du zwischendurch auch mal Schreibblockaden?
Was machst du dagegen?
Eine richtige Schreibblockade hatte ich noch nicht, das ich an einem Tag
vielleicht mal nicht in meine Geschichte gekommen bin, ist schon mehrfach
vorgekommen. Da ich aber immer wieder anderen Selfpublishern mit ihren Texten
helfe, bleibe ich also immer beim Schreiben.




Gab es irgendwann mal einen Zeitpunkt, an dem du am liebsten alles
über Board geworfen hättest? Was hat dich dazu bewegt weiter zu schreiben?
Ich glaube, diese Momente haben alle Künstler irgendwann einmal,
wenn es nicht so klappt, wie man selbst es sich vorgestellt hat.
Auch mir ist sowas schon passiert. Dagegen habe ich aber ein einfaches Mittel
gefunden, ich lege mich auf mein Sofa und mache einen Film an,
der zu meinem Buch passt. Dann drehe ich mich auf die Seite, damit ich den
Fernseher nicht mehr sehen kann und höre nur dem Film zu.
Die verschiedenen Gespräche, die Geräusche zu hören, hilft mir, den
Weg in meine Geschichte wieder zu finden.




Erzähl doch mal etwas zu deinem Buch/deinen Büchern.
Mein erstes E-Book „Spannende Träume“ war eine Sammlung von mehreren
Kurzgeschichten. Keine davon war zu kurz noch zu lang. Diese Geschichten sind
entstanden, weil ich am Anfang noch kleine Schreibübungen davon gemacht hatte,
später aber bemerkt habe, das es viele Menschen gibt, die sich vor dicken Büchern
scheuen. Daraus ist die
Idee entstanden, eine Sammlung davon zu machen.

Mein zweites E-Book ist ein Thriller (Operation Waldessturm), der am Anfang
eine Liebesgeschichte werden sollte. Meine Protagonisten hatten allerdings
andere Pläne und haben ihren Dickkopf durchgesetzt. Viele meiner Leser meinen,
das es bislang mein bestes Stück war. Rezension

Als drittes E-Book ist ein Sammelband mit vier weihnachtlichen
Geschichten veröffentlicht worden, das als Erstes den Weg in die Druckerei
gefunden hat und auch als Printversion zu haben war. Die Illustratorin
Wiebke Worm hat wunderschöne Zeichnungen dafür erstellt, die das Ganze
abrunden.

Zusätzlich biete ich für die Lesescheuen drei meiner weihnachtlichen
 Geschichten zusätzlich als einzelnes E-Book an, damit diese nicht von der
Seitenzahl abgeschreckt werden können.
Meine Texte sind alle in einfachen Worten gehalten, die keinen technischen
Schnick Schnack beinhalten. Das hat den Grund, das leseschwache oder
ältere Menschen ebenfalls meine Geschichten lesen können, ohne über bestimmte
Worte zu stolpern. Meine Weihnachtsprint zum Beispiel hatte eine große Schrift,
damit
auch sehschwache Personen die Geschichten lesen können.




Hast du schon ein neues Buch geplant?
Magst du uns schon etwas dazu verraten?
Als nächstes wird es ein Katzenbuch geben. Es ist aus der Sicht eines
kleinen Katers geschrieben von der Geburt bis hin zu seinem Tod.

Danach wird der Thriller noch einmal überarbeitet werden, da meine Fans sich
„beschwert“ haben, das er viel zu kurz sei.
Da ich einen zweiten Band direkt im Anschluss geplant hatte, habe ich lange überlegt,
ob es vielleicht sinnvoll ist, das Buch zu überarbeiten und einen
dickeren „Wälzer“ daraus zu machen.

Beide Bücher soll es dann auch als Taschenbuch geben.

Zusätzlich ist für dieses Jahr noch ein zweites Weihnachtsbuch mit
Kurzgeschichten geplant, außerdem möchte ich meine beiden
Fantasygeschichten überarbeiten und veröffentlichen.




Welche Bücher liest du ganz Privat?
Welches Buch sollte man auf jeden Fall einmal gelesen haben?
Seit über einem Jahr lese ich ausschließlich Bücher von unbekannten Autoren
und bin sehr überrascht, welche goldenen
Perlen sich darunter verstecken. Zur Zeit ist mein Favorit Nicky P.-Satl mit Jules
– einmal Schottland und nie zurück, Mama Sam.

Von Logan Brookstone habe ich Angel gelesen, den ich sehr gut fand.

R.S. Star mit Das Ritual des Stalkers finde ich auch sehr spannend und schön.

Aber es gibt noch sehr viel andere Autoren, die gelesen werden sollten:
Lily Konrad, Katja Piel, Susan B. Hunt.

Als Kind habe ich Helen D. Boylston, Ursula Isbel und Walter Farley
verschlungen, die ich übrigens auch heute noch sehr gerne lese.




Hast du das Gefühl, dass dir Rezensionen helfen? Findest du sie sinnvoll?
Die meisten Rezensionen sind schon sehr hilfreich, solange sie fair
und ehrlich sind. Jeder Mensch hat seine eigene Meinung und seinen
eigenen Geschmack. Was der Eine gut findet, findet der Andere schlecht.
In den Shops finde ich es überflüssig, ein Benotungssystem (Sterne) und
gleichzeitig eine Rezensionsmöglichkeit zu haben. Und da oute sich mich mal:
Wenn ich ein Buch sehe, bei dem viele 1 und 2 Sterne vergeben wurden, bin ich schon
sehr neugierig und greife dort eher mal zu, wie bei einem Buch, bei dem nur 5-Sterne
vorhanden sind.




Wie stehst du zu Gewinnspielen?
Verlost du auch manchmal eins deiner Bücher?
Ich habe schon an vielen Gewinnspielen mit meinen Büchern teilgenommen
und diese immer gerne ausgegeben. Es sind viele nette Kontakte entstanden.
Ich selbst habe noch keine
eigene Verlosung veranstaltet, allerdings schon mehrfach eine E-Books einfach so an
sozialschwache Leser verschenkt habe.


Da muss ich jetzt eine kleine Geschichte erzählen, die ich ganz am Anfang erlebt habe:
Als mein erstes E-Book veröffentlicht war, hat mich eine junge,
alleinerziehende Mutter angesprochen. Sie würde gerne mein Buch lesen, der Videotrailer
hätte sie sehr neugierig gemacht. Allerdings würde sie nur Sozialleistungen beziehen
und könnte es sich zur Zeit nicht leisten. Ob ich denn in der näheren Zeit eine Aktion
machen würde, in der ich das Buch verlose, günstiger oder kostenlos anbieten würde.
Ich fand das sehr niedlich und ehrlich von ihr, so offen über ihre Not zu sprechen.
Als ich sie fragte, ob ich ihr ein Buch schenken dürfte, war sie anfangs entsetzt,
weil sie nicht als Schmarotzer dastehen wollte. Wir haben uns lange unterhalten
und zum Schluss habe ich ihr ihrer 10-Jährigen Tochter das E-Book geschenkt,
weil sie selbst es nicht
annehmen wollte. Als Gegenleistung wollte sie mir ihren Bescheid schicken, um zu
beweisen, dass sie wirklich nicht viel Geld hat und selbst ein E-Book für 1,99 Euro für
sie eine große Ausgabe sei.
Der Weihnachtsmann in der
Kleidung eines Postzustellers brachte ihr dann ein Taschenbuch mit meinen
Weihnachtsgeschichten für sie und ihre drei Kinder.
Dafür habe ich viele Zeichnungen
der Kinder und einen ganz lieben Brief von der jungen Mutter bekommen.
Darüber habe ich mich sehr gefreut und es war für mich viel mehr wert,
wie eine Rezension oder die Tantieme für die Bücher
Wie gehst du mit negativer Kritik um?
Aus jeder Kritik kann man auch viel positives ziehen, solange diese Kritik
ausführlich beschrieben ist. Ein einfaches: „Alles schlecht.“ hilft mir nicht,
aber eine ausführliche Erklärung, „Das und das haben mir nicht gefallen“ kann ich
Rückschlüsse ziehen und für mich
selbst verarbeiten.
Klar ist man im ersten Moment
enttäuscht, wenn man nur einen Stern sieht, aber man sollte dann auch dem Leser fair  
gegenüberstehen und sich das alles noch einmal in einer ruhigen Minute ansehen. Richtig
ärgern und auch schimpfen, darf
man nur, wenn man keine Informationen in der negativen Kritik findet.
 

Gibt es für dich ein No-Go im Sinne von Büchern oder auch deinen Fans?
Jedes Buch hat sein eigenes Recht veröffentlicht zu sein. Ob es sich durchsetzt
oder nicht, entscheidet immer der Leser.
Den Fans möchte ich
sagen, das auch Autoren nur Menschen sind und wir auch Fehler machen können.
Ich bekomme immer eine Gänsehaut, wenn sich ein Leser über Rechtschreibfehler
aufregt, den Autoren deswegen schlecht redet und
selbst nicht in der Lage ist, fehlerfrei zu schreiben.
Respektvoller und toleranter Umgang sollte immer im Vordergrund stehen.


Hast du Tipps für junge Autoren oder die, die es gerne werden möchten?
Setzt Euch hin und schreibt, lasst Eure Ideen fließen. Sucht Euch am Ende Testleser,
die Euch helfen und wenn ihr keinem Leser vertraut, wendet Euch an andere Autoren.
Fragt nach den ihren Erfahrungen und versucht es positiv zu sehen, wenn ihr auf Fehler
aufmerksam gemacht werdet. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.




Was willst du noch unbedingt an deine Leser los werden?
Ein ganz dickes Dankeschön möchte ich loswerden! Danke, das ihr meinen
Geschichten eine Chance gegeben habt,
danke für tolle Rückmeldungen, danke für tolle Freundschaften, die
durch meine Bücher entstanden sind.

Und meinen Vielleicht-Lesern
möchte ich mit auf den Weg geben, probiert auch mal kleinere,
unbekannte Autoren, die ihre Bücher und E-Books günstig anbieten. Nicht
jeder Autor davon ist
schlecht, es gibt nur welche, die selbst in finanzieller Not sind oder
waren und wissen, wie es ist, jeden Cent fünf Mal umzudrehen, bevor man sich entschließt, etwas zu kaufen.
 

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