Sonntag, 22. Februar 2015

[Autoreninterview] Susanne Esch



Stell dich doch bitte einmal kurz vor.
Ich heiße Susanne Esch, bin Geburtsjahrgang 1967, habe vier Kinder und wohne in Frankfurt.


Was hat dich dazu bewegt, Bücher zu schreiben?
Ich bin keine jener Autoren, die schon immer schreiben wollten, aber das Lesen liebe ich, seit ich mein erstes „Dolly“- Buch von Enid Blyton bekam. Da war ich acht. Wie ganz viele andere ereilte auch mich irgendwann die „Harry-Potter-Mania“, und als ich den sieben Band beendet hatte dacht ich nur: Was war jetzt das? Ich hatte so viele Ideen, wie das Leben der Protagonisten weitergehen könnte und begann, diese aufzuschreiben. Überall hatte ich meinen Block und einen Stift dabei. Häufig wurde ich gefragt, was ich denn so eifrig schriebe. Anfangs habe ich noch ganz verschämt „Den Harry Potter acht“ geantwortet, aber je häufiger nachgehakt wurde, ob man ihn „denn mal lesen dürfe“, desto selbstbewusster antwortete ich auf diese Frage. So gingen Dateien auf die Reise. Viele Rückmeldungen lauteten im Kontext, ich könne „schön schreiben“, und ob ich es nicht einmal mit etwas Eigenem versuchen wolle.

Derart motiviert entstand im Jahr 2009 / 2010 „Solifera“.


Wie entwickeln sich deine Ideen zu den Büchern? Wodurch wirst du inspiriert?
Eine meiner Lieblingsautorinnen ist Marion Zimmer Bradley. Ich habe fast alle ihre Werke gelesen und die Vorstellung von übersinnlich begabten Menschen fasziniert mich bis heute. In meinen Büchern gibt es daher auch hauptsächlich menschliche oder menschenähnliche Protagonisten, die – überwiegend – geistige Fähigkeiten besitzen, durch die sie sich vom Rest ihrer Spezies unterscheiden.

Teilweise fließen Träume und Wünsche, aber auch Erinnerungen in meine Bücher.

Hat sich dein Leben verändert, seitdem du begonnen hast Bücher zu schreiben?
Ja, das hat es. Mit Beginn des Schreibens im Jahr 2007 hat ein sehr intensiver innerer Umbruch stattgefunden. Ich denke, insgesamt hat mich das Schreiben vor dem Abgleiten in eine Depression bewahrt und den drohenden Burnout gerade noch einmal abgebogen. Ich sage immer: Ich habe meine Seele freigeschrieben.


Inzwischen habe ich durch das Schreiben so viele tolle Leute kennengelernt, andere Autoren, Blogger, Verleger, Leser … oder einfach solche, mit denen ich mich austausche, bei denen ich mich wohlfühle.

Den Großteil hätte ich ohne meine schriftstellerische Tätigkeit nie  getroffen.

Hast du zwischendurch auch mal Schreibblockaden? Was machst du dagegen?
Ich nenne es nicht Schreibblockade. Natürlich habe auch ich Phasen, in denen die Ideen nicht so sprudeln, aber das ist nicht schlimm, da ich weder von außen unter Druck stehe, noch mich selbst bezüglich eines Werkes unter Druck setze. Autor zu sein ist toll, damit seinen Unterhalt verdienen zu müssen ist sehr, sehr schwierig. Für mich ist es das schönste Hobby der Welt – aber eben ein Hobby.

Wenn mir nichts einfällt, was ich schreiben könnte, dann verlege ich mich auf das Lesen – und irgendwann löst ein Satz, eine Melodie, ein Erlebnis wieder eine Ideenflut aus.

Gab es irgendwann mal einen Zeitpunkt, an dem du am liebsten alles über Board geworfen hättest? Was hat dich dazu bewegt weiter zu schreiben? (Von Sara D.)
Nein, einen solchen Zeitpunkt gab es für mich bisher nicht.

Erzähl doch mal etwas zu deinem Buch/deinen Büchern.
Bisher gibt es drei veröffentlichte Bücher und zwei Harry Potter Fanfiktion-Bände von mir:

Solifera – Sonnenbringerin, Der Savant von Innis, Die Rebellin von Koron, „Die Letzten Erkenntnisse“ und „Das Leben nach Hogwarts“

Dateien der Fanfiktions kann man sich kostenlos auf meiner Homepage downloaden.

Solifera erzählt die Geschichte der – anfangs – 16jährigen Antalia, die sich nach einem Urlaub am Meer zu verändern beginnt. Sie fühlt, dass das Wasser sie ruft. Darieno, der Abgesandte eines Volkes, das auf dem Grunde des Ozeans lebt, findet sie, als sie gerade eine Art Metamorphose durchläuft und rettet ihr mit seinen Kenntnissen das Leben. Antalia beschließt, ihn zu begleiten, und gemeinsam decken sie vieles auf, was tief unter den Schleiern der Vergangenheit begraben lag und letztendlich sowohl für die an Land Lebenden wie auch die Meeresbewohner von enormer Wichtigkeit ist.


In „Der Savant von Innis“ spielen Yuro und Solus die Hauptrollen, zwei junge Männer, die das Schicksal im Alter von 5 und 7 Jahren in einem Konvent in den Bergen zusammengeführt hat. Während der Pubertät finden in Yuro gewaltige Umbrüche statt. Mehr und mehr zieht es ihn fort, weg aus dem gewohnten, geregelten Leben, einem Ziel entgegen, das er nicht benennen kann. Solus begleitet ihn auf seiner „Reise ins Ungewisse“. Nach und nach entschlüsseln sie ihre eigene Vergangenheit und schließen sich den Widerständlern an, die noch immer nach einem Weg suchen, die Invasoren zu einem friedlichen Miteinander mit den Ureinwohnern des Planeten Innis zu bewegen.

Der Name der „Rebellin von Koron“ ist Kayana. Sie und ihre jüngere Halbschwester Mikaila leben auf Simion, einem großen Gut, das ihrem Vater gehört. Der Planet Kelor, auf dem die Geschichte angesiedelt ist, ist patriarchalisch dominiert. Frauen haben sich den Männern unterzuordnen, ihnen zu Willen zu sein, dem Wort des Mannes zu gehorchen. Nicht viele wagen es, gegen diese Ordnung aufzubegehren, Kayana hingegen hatte schon als Kleinkind ihren eigenen Kopf. Nach einem Vergewaltigungsversuch ihres Erzeugers bricht sie mit ihrer Schwester aus dem Gefüge aus. Als Jungen verkleidet schließen sie sich einer Söldnertruppe an, lernen, erledigen bezahlte Aufträge, genießen das Leben „in Freiheit“. Gefährlich wird es, als Kayanas Maske mehr und mehr zu bröckeln beginnt …

Hast du schon ein neues Buch geplant? Magst du uns schon etwas dazu verraten?
„Der Savant von Innis“ wird einen zweiten Band erhalten, der bisher unter dem Arbeitstitel „Solus – Reisen in die Vergangenheit“ läuft. Ursprünglich war er nicht als Mehrteiler geplant, aber eine gute Freundin wollte unbedingt mehr über Solus erfahren. ›Na ja, schreib ich ihr eine Kurzgeschichte‹, dachte ich. Aber die Kurzgeschichten und ich sind nicht die besten Freunde … und so wurde sie länger, und länger … und letztendlich ein weiteres Buch. Ich hoffe, es ist rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse fertig.

Welche Bücher liest du ganz Privat? Welches Buch sollte man auf jeden Fall einmal gelesen haben?
Wie ich schon erwähnte, bin ich ein großer Fan der Marion Zimmer Bradley, aber ich lese nicht nur Fantasy. Auch Kriminalromane verschiedener Autoren, Historisches, „Liebe“, Erlebnisberichte, Abenteuer gehören durchaus zum Repertoire. Das Einzige, was mich definitiv nicht reizt, sind Horror und Psycho. Leichter Grusel ist ok, aber so richtig blutrünstig oder psychosadistisch mag ich es gar nicht.

Hast du das Gefühl, dass dir Rezensionen helfen? Findest du sie sinnvoll?
Es kommt immer darauf an, wie sie geschrieben sind. Wenn ein Rezensent klar benennt, was ihm gefallen hat und warum, bzw. auch, was ihm nicht gefallen hat, und warum, empfinde ich das als hilfreich. Manchmal sind es Details, auf die man selbst nie gekommen wäre, gelegentlich sehen „Werkfremde“ viel mehr, als Autor und Lektor. Ab und zu ist es jedoch auch einfach Geschmacksache. Nicht jeder Autor kann schließlich jeden Leser 100ig zufriedenstellen, aber solange eine Rezension sachlich gehalten ist und den Autor nicht persönlich angreift, finde ich auch eine nicht so gute Beurteilung in Ordnung.
Wie stehst du zu Gewinnspielen? Verlost du auch manchmal eins deiner Bücher?
Ganz generell finde ich Gewinnspiele eine schöne Sache. Auch ich habe mich schon an mehreren beteiligt und werde das auch weiterhin tun. Was mich jedoch bisher ein bisschen traurig macht ist, dass ich noch von keinem Gewinner ein Feedback zu dem gewonnenen Buch erhalten habe. Eigentlich – denke ich – sollten doch alle Teilnehmer an solchen Gewinnspielen wissen, dass wir Autoren uns über eine Rückmeldung freuen würden, zumal jedes verschenkte Buch eine, wenn auch kleine, finanzielle Einbuße bedeutet, und die meisten Autoren im Vorfeld doch ganz erhebliche Auslagen haben, um den Lesern ein ordentliches „Endprodukt“ zu überlassen.

Wie gehst du mit negativer Kritik um? (Von Nelly G.)
Ich höre sie mir zunächst einmal an beziehungsweise lese sie mir durch. Wenn sie nachvollziehbar, sachlich, begründet ist, versuche ich, sie bei meinen Folgewerken zu berücksichtigen. Wenn es eine rein subjektive Meinung ist (kam nicht in die Geschichte rein, hat mich nicht angesprochen, hab was anderes erwartet) dann nehme ich das einfach so hin. Wenn mich jemand auf orthographische, stilistische oder logische Fehler aufmerksam macht versuche ich (zumindest bei den E-Books) so schnell wie möglich korrigieren zu lassen.

Im Großen und Ganzen versuche ich, mir Negativ-Kritiken nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen und mich nicht persönlich angegriffen zu fühlen.

Gibt es für dich ein No-Go im Sinne von Büchern oder auch deinen Fans?
Ja. Ich bin der Meinung, wenn man ein Werk veröffentlicht bzw. VERKAUFT, dann sollte es weitestgehend Fehlerfrei sein. Der Autor sollte sicher in der Verwendung des „das“ und „dass“ sein, eine korrekte Satzkonstruktion beherrschen, Wordwiederholungen vermeiden, Zeitsicher sein.

Fans sollten NIE die Werke anderer mit Absicht „schlechtmachen“, um den eigenen Lieblingsautor in eine bessere Listenposition zu bringen.

Hast du Tipps für junge Autoren oder die, die es gerne werden möchten?
Wer das Bedürfnis hat zu schreiben, der sollte es tun. Wer ein Werk veröffentlichen möchte, sollte es auf jeden Fall vorher von mehreren Personen, denen er vertraut und die auch als „Freunde“ nicht mit ehrlicher Kritik hinterm Berg halten, beta-lesen lassen. Ein professionelles Korrektorat sollte man mindestens machen lassen, oder auch ein richtiges Lektorat. Und … es gibt so viele Facebook-Gruppen, in denen sich Autoren tummeln … die meisten sind sehr hilfsbereit und auskunftsfreudig. Einfach fragen! Austausch hilft ungemein!

Was willst du noch unbedingt an deine Leser los werden?
Kauft mehr Bücher direkt bei den Autoren! Besonders die Indis und Autoren in kleinen Verlagen danken es euch J





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