Sonntag, 15. Februar 2015

[Autoreninterview] Jannes C. Cramer


Jannes



Name: Jannes C(onstantin) Cramer
Alter: 33
Hauptberuf: Software-Entwickler und System-Administrator
Wohnort: Koblenz
Hobbies: Schreiben ;-)




Stell dich doch einmal kurz vor.
Hallo, liebe Leser von Annas Blog. Ich bin Jannes, 33 Jahre alt und Autor. Na gut, nicht  hauptberuflich, aber zumindest schreibe ich, so oft  es meine Freizeit zulässt. Ich wohne und arbeite zusammen mit meiner Lebensgefährtin im schönen Koblenz an Rhein und Mosel.


Was hat dich dazu bewegt, Bücher zu schreiben?
Das war im Grunde aus einer Laune heraus. Ich habe zuerst nur einen winzigen Absatz geschrieben, den ich dann meiner Lebensgefährtin gezeigt  habe. Sie hat etwas in der Art gesagt wie „ja, klingt gut, mach ruhig mal“. Wobei das nicht so gemeint war, dass ich ein Buch schreiben
sollte. Zu dem Zeitpunkt habe ich das nicht einmal in Erwägung gezogen. Der Text lag dann einige Zeit unbeachtet auf meiner Festplatte, bis ich nach einem Urlaub während der letzten freien Tage plötzlich den Reiz verspürte weiterzuschreiben. Nach und nach entstand dann eine
Geschichte, die irgendwann tatsächlich Buchlänge erreicht hatte.



Wie entwickeln sich deine Ideen zu den Büchern? Wodurch wirst du inspiriert?
Es wäre wohl falsch zu behaupten, dass alles nur meinen eigenen Gedanken entspringt, auch wenn ich bewusst versuche, keine mir bekannten Bücher  oder Filme als Ideengeber zu benutzen. Un(ter)bewusst wird mit  Sicherheit irgendetwas Gesehenes oder Gelesenes mit in die Ideenfindung
hineinspielen. Es gibt wahrscheinlich nur wenig Grundhandlungen, die noch nicht in Filmen oder Büchern aufgeschrieben wurden. Ich verlasse mich einfach auf meine Fantasie. Daher plane ich meine  Geschichten auch nicht von Anfang bis Ende, bevor ich mit dem Schreiben
beginne. Ich möchte die Handlung sich entwickeln lassen, ohne auf ein vorher gestecktes Ziel hinzuarbeiten. Das engt mich zu sehr ein.


Hat sich dein Leben verändert, seitdem du begonnen hast Bücher zu schreiben?
Interessanterweise fragen das viele. Im Grunde hat sich das Leben hauptsächlich dahingehend verändert, dass ich noch weniger Zeit habe als vorher. Es erfordert ziemlich viel Zeit, ein Buch zu schreiben, aber mindestens genauso viel Zeit, es hinterher auch bekannt zu machen, mit
den Lesern zu kommunizieren und alles, was damit zusammenhängt.


Hast du zwischendurch auch mal Schreibblockaden? Was machst du dagegen?
Ich finde den Begriff Schreibblockade nicht ganz passend. Es gibt Tage, an denen mein Kopf von der Arbeit einfach zu voll (oder leer) ist, als dass ich am Abend noch etwas Sinnvolles schreiben könnte. Dann zwinge ich mich aber auch nicht dazu. Da ich keinen Termindruck habe und es
bisher immer so war, dass die Ideen und die Lust nach kurzer Zeit von allein wiederkamen, mache ich mir um diese „Blockaden“ auch keine Sorgen.

Gab es irgendwann mal einen Zeitpunkt, an dem du am liebsten alles über Bord geworfen hättest? Was hat dich dazu bewegt weiter zu schreiben? (Von Sara D.)
Nein, zum Glück nicht. Wahrscheinlich hätte ich es dann wirklich „über Bord geworfen“. Ich muss ja nicht schreiben, sondern tue dies, weil es  mir Spaß macht und weil ich meine Ideen gerne aufschreibe. Ich denke, gute Geschichten schreibt man am ehesten, wenn man mit Freude bei der
Sache ist. Ich habe auch nicht den Druck, ein bestimmtes Buch zu einem  bestimmten Zeitpunkt fertig zu haben. Daher kann ich jederzeit ein neues Buch beginnen, wenn mir die Geschichte, an der ich schreibe, gerade  keinen Spaß macht.


Erzähl doch mal etwas zu deinem Buch/deinen Büchern.
Mein Erstling war der Thriller „Die Frauenkammer“. Eine Geschichte, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird – unter anderem auch der des Täters. Das Buch habe ich 2013 im Selbstverlag veröffentlicht, bis Ende 2014 amazon publishing (der hauseigene Verlag von Amazon) auf mich zukam und es neu veröffentlichen wollte. Daher kommt das Buch nun am 3. März,
noch einmal überarbeitet und mit neuem Cover in den Shop.
Letztes Jahr habe ich mein zweites Buch veröffentlicht. Diesmal einen magischen Urban-Fantasy-Roman für Jugendliche und Erwachsene. Er heißt „Mira Magica – Böse und Gut“ und ist als Taschenbuch und E-Book erhältlich. Zu diesem Buch gab es auch kürzlich eine Leserunde mit
schönem und wertvollem Feedback.
Cover des Thrillers „Die Frauenkammer“Cover des Urban-Fantasy-Romans „Mira Magica“

Hast du schon ein neues Buch geplant? Magst du uns schon etwas dazu verraten?
Derzeit arbeite ich an zwei Geschichten und ich kann noch nicht sagen, welche hiervon zuerst fertig wird. Es handelt sich um einen Thriller im Stile von „Die Frauenkammer“ und einen Mystery-Thriller. Mehr kann ich dazu noch gar nicht verraten, aber ihr dürft natürlich gespannt sein und
auch gerne die Neuigkeiten auf meiner FB-Seite und dem Autorenblog verfolgen.

Welche Bücher liest du ganz Privat? Welches Buch sollte man auf jeden Fall einmal gelesen haben?
Ich lese hauptsächlich Science-Fiction und Thriller, inzwischen eigentlich ausschließlich als E-Book. Sehr gut fand ich zum Beispiel Frank Schätzings „Der Schwarm“ und auch Marcus Sakeys „Die Abnormen“ (mein Tipp!).

Hast du das Gefühl, dass dir Rezensionen helfen? Findest du sie sinnvoll?
Das kann man so pauschal nicht beantworten. Im Grunde können Rezensionen auf mehrere Arten helfen. Entweder, wenn sie andere Leser dazu animieren, das Buch zu kaufen, oder wenn sie mir als Autor wertvolles Feedback geben.
Für einen Rezensenten ist es nicht einfach, beides zu erfüllen. Denn ich als Autor mag das Feedback gerne so ausführlich wie möglich. Wo waren schwierige oder langweiligere Stellen, was gefiel genau am Stil, was nicht so, was genau hat ggf. einen Punktabzug gebracht usw.
Für den Leser sind Rezensionen, die zu lang sind, aber wohl weniger geeignet. Da ist es besser, wenn kurz und knackig gesagt wird, ob das Buch gefiel und warum (nicht).
Um noch einmal direkt auf die Fragen zu antworten: Ja, Rezensionen helfen mir, wenn sie mindestens eines der beiden Kriterien erfüllen, also neue User anzulocken oder mir konstruktive Kritik zu geben.

Wie stehst du zu Gewinnspielen? Verlost du auch manchmal eins deiner Bücher?
Ich habe auch schon ein paar Bücher, sowohl E-Books als auch Taschenbücher, verlost. Allerdings nimmt die Anzahl der Gewinnspiele auf allen Kanälen immer weiter zu. Blogs, facebook, Buchportale usw. Überall werden Dinge verlost, die oftmals auch deutlich höherpreisig sind als
die eigenen Gewinnspiele. Es ist nicht so einfach, eine größere Zahl Interessenten zu finden, die sich dann auch noch für das Buch selbst interessieren und nicht nur, weil es was zu gewinnen gibt.

Wie gehst du mit negativer Kritik um? (Von Nelly G.)
Da spielt ein wenig die Antwort auf die vorletzte Frage mit hinein. Negative Kritik ist nie schön, je nach Ausprägung muss ich auch im ersten Moment einmal schlucken. Aber für mich gilt, dass Kritik immer hilfreich ist, solange sie konstruktiv und vernünftig begründet ist. Kein Buch kann jedem Leser gefallen, es ist immer Geschmackssache. Und auch wenn ich eine Kritik nicht nachvollziehen kann, weil die genannten Punkte des Lesers in meinen Augen nicht zutreffen, dann ist es immer noch seine Meinung – und die wird sich auch nicht ändern, wenn ich mit demjenigen diskutiere und ihm meine Ansicht aufdrücken will. Im Gegenteil. Das wirkt eher unprofessionell, denke ich.

Gibt es für dich ein No-Go im Sinne von Büchern oder auch deinen Fans?
Definitiv Rezensionen gegen Bezahlung oder gute  Gefälligkeitsbewertungen. Die helfen auf lange Sicht gesehen niemandem.  Wenn Blogger Rezensionsexemplare kostenlos erhalten, ist das in Ordnung. Aber wenn ich lese, dass manche Blogger von Autoren Geld geboten bekommen, wenn die Bewertung gut ausfällt, dann ist das ein No-Go.

Hast du Tipps für junge Autoren oder die, die es gerne werden möchten?
Geduld, Geduld, Geduld. Außerdem solltet ihr nur dann schreiben, wenn ihr Spaß daran habt und nicht, weil ihr damit Geld verdienen wollt. Bevor ein Buch veröffentlicht wird, sollte es mehrfach durchgearbeitet und auch lektoriert worden sein. Es gibt sehr viel Kritik an Self-Publishern, dass Texte „unreif“ veröffentlicht werden. Es ist heute so einfach, eigene Bücher als E-Book online zu stellen, dass es in vielen Fällen auch zu schnell gemacht wird.

Was willst du noch unbedingt an deine Leser los werden?
Ich danke euch fürs Lesen des Interviews und hoffe, dass ich euch ein paar interessante Informationen geben konnte. Ich würde mich freuen, wenn ihr mich auf meiner Facebook-Seite
(
https://www.facebook.com/JannesCCramer) oder meinem Autorenblog (https://romanfieber.de) besucht. Gerne dürft ihr euch auch via fb mit mir „befreunden“ ;-) Vielleicht ist der ein oder andere von euch ja auf der Leipziger  Buchmesse unterwegs. Am Freitag, den 13.3. werde ich dort in Halle 5, Stand A201 (amazon publishing) anwesend sein und zwischen 10 und 11 Uhr
auch eine kurze Lesung halten. Ich würde mich freuen, euch dort zu treffen.


1 Kommentar:

  1. Sehr interessant. Ich hab ein Buch von ihm auf meinem SUB liegen. Muss es unbedingt mal lesen wenn ich dazu komme! lg Nadine von NannisWelt

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