Freitag, 30. Januar 2015

[Rezension] Das Haus Komarow von Axel Saalbach

Autor: Axel Saalbach
Verlag:
Latos Verlag
Seitanzahl: 447
Erscheinungsdatum: Oktober 2014
Genre: Thriller/Dystopie

Unzählige Jahre des Krieges lasten auf Deutschland, das nur noch der unbedeutende Teil eines riesigen russisch-europäischen Zarenreichs ist. Technologie ist verschwunden, soziales Leben findet nicht mehr statt und die Bevölkerung leidet. Die Polizeigewalt wird von Söldnern ausgeübt, die im Dienste von Versorgerclans stehen und ihre Macht ausnutzen, um die Menschen zu terrorisieren. Erst als einem dieser Clans, dem Hause Komarow, die Herrschaft über das deutsche Gebiet zugesprochen wird, keimt Hoffnung auf. Nach dem heimtückischen Mord am Oberhaupt der Familie liegt es an einem einzigen Mann, diese Hoffnung nicht sterben zu lassen ...

Seufzend warf Demjan Buschkat eine kleine Plastikdose zurück auf den Haufen wilden Unrats, der sich am Straßenrand gebildet hatte. Seit den Morgenstunden versuchte er jetzt schon etwas Essbares zu finden, oder wenigstens etwas, das sich auf dem Schwarzmarkt dagegen eintauschen lässt.

Aufbau und Schreibstil
Das Buch ist nicht klassisch in Kapitel unterteilt, sondern nach den Tagen, an denen die Ereignisse statt finden. Ganz vorne, befinden sich eine Landkarte, die die verschiedenen Handlungsorte auf zeigt. Zwischendurch wechselt die Sicht auf einen anderen Protagonisten, wobei wir dadurch nicht nur einem Charakter verfolgen.
Der Schreibstil des Autors ist sehr flüssig und gut zu lesen, auch wenn er etwas "gehobener" ist. Es werden viele russische Namen und das ein oder andere "unbekannte" Wort verwendet, allerdings gehört das zum Setting dazu.

Spannung
Der Einstieg begann mit einer leichten Spannungskurve. Wurde aber im Laufe des Buches immer spannender und rasanter.

Charaktere
Anatol Komarow
Anatol gehört zum Hause Komarow, musste aber fliehen, da ihn sein Bruder als Mörder seines eigenen Vaters bezichtigte.
Seither schlägt sich Anatol mit Gelegenheitsjob durch, bis er auf einige Menschen trifft, die ihm dabei helfen wollen, seine Unschuld zu beweisen.

Diesel
Ein ungewöhnlicher Name für einen Hund, oder? Aber doch passend. Der alte Herr ist trotz seines Alters immer noch fit und ein treuer Begleiter Anatols. Anatol hat ihm schon so ein oder anderes Mal sein Leben zu verdanken.

Medwed
Er ist korpulent und einer der Arbeitgeber von Anatol. Als auch er unter Druck gerät, beschließt er Anatol zu helfen und wird einer der wichtigsten Verbündeten von ihm.

Taras
Taras ist Anatols älterer Bruder und als Anatol verschwunden ist und sein Vater tot aufgefunden wurde, wurde er zum Oberhaupt des Hauses Komarow ernannt. Skrupellos verschafft er sich damit Macht über die deutsche Oblast und nicht alles geht bei ihm mit rechten Dingen von statten.

Das Cover ist zwar schlicht, aber gerade das finde ich toll daran. Es spiegelt die düstere Zeit um das Regime wieder. Vermutlich ist das Wappen, das Wappen des Hauses Komarow, was natürlich auch zu der Handlung passt.
Die Charaktere konnten nicht unterschiedlicher sein. Von lieb bis abgrundtief böse, war alles dabei. Besonders Anatol war mir sehr sympathisch, da er nicht wir die meisten Menschen, Gewalt als etwas schönes ansieht. Egal wo es die Möglichkeit gab, der Gewalt und dem blutigen Krieg aus dem Weg zu gehen, hatte er das auch getan. Ich habe ihn gerne auf seinem Weg, seine Unschuld zu beweisen, begleitet.
Ich finde sehr schön, dass das Buch direkt mit einer Landkarte beginnt. Im Laufe des Buches lernt man doch viele Orte und Städte kennen, die man so besser verfolgen kann. Die ein oder andere Stadt kommt dabei einem sogar bekannt vor, somit konnte man sich auch gut etwas darunter vorstellen.
Die düstere Atmosphäre war beängstigend. Das Buch liegt ca. 200 Jahre in der Zukunft. Zwar ist das eine riesige Spanne, jedoch ist diese Handlung nicht unwahrscheinlich. Irgendwann wird es wahrscheinlich wieder zum Krieg kommen und wie es dann um uns aussieht, weiß keiner. Aber so wie es im Buch dargestellt worden ist, so will ich es mir gar nicht vorstellen. Diejenigen, die den Häusern (z.B. das Haus Komarow) angehören, haben wohl das beste Leben. Darunter kommen dann die ganzen Drahtzieher und auch Bürger. Jedoch gibt es sehr viele Menschen, die unter dem Regime des Hauses Komarow sehr leiden müssen, und daher um ihr überleben Kämpfen müssen. Stellt euch einmal vor, ihr habt kaum Überlebenschance und gleichzeitig werdet ihr noch mit Gewalt unterdrückt? Eine grauenhafte Vorstellung..
Aber genau das beschreibt der Autor hier: Was passiert, wenn das Weltordnungssystem eskaliert und einer an die Herrschaft kommt?
Das Buch hat mich voller Spannung mitgenommen und ich habe es gerne gelesen. Ich kann mir sogar vorstellen, dass es noch einen zweiten Teil geben wird.
Am Schluss möchte ich euch noch empfehlen ,die Seite des Autors zu besuchen. Dort findet ihr allerhand an Informationen zum Buch, zu den Charakteren, eine Leseprobe und vieles mehr. Den Link dazu findet ihr ganz oben, wenn ihr auf den Buchtitel klickt.
Danke an dieser Stelle noch mal an Axel Saalbach für das tolle Buch.

Cover       :     4/5 Sterne
Schreibstil  :  5/5 Sterne
Spannung   : 4/5 Sterne
Charaktere  : 4/5 Sterne
Inhalt       :   4/5 Sterne
Klappentext    :4/5 Sterne

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